Er war 22 Jahre alt, als er im Sommer 1975 aus dem kommunistischen Ungarn nach Westdeutschland flüchtete. Bis heute ist für den Musiker und Produzenten Leslie Mandoki (73) deshalb die Freiheit das höchste Gut. Doch sie sei keine Selbstverständlichkeit. Diese Überzeugung steht im Mittelpunkt seines Projektes „Sehnsucht nach Freiheit“, dem er sich mit einem Buch (ab 19. Oktober, Herder-Verlag, 384 Seiten, 48 Euro), einem Dokumentarfilm (Welt TV, 23. Oktober) und einer Konzertreihe widmet.
Die Akustik-Konzertreihe „Sehnsucht nach Freiheit – Club Sessions“ führt Sie im kommenden Frühjahr durch zahlreiche Städte in Deutschland und Österreich. Mit den Soulmates geht es jetzt in die kleinen Clubs und nicht mehr in die großen Häuser? Ist Ihnen jetzt die Nähe zum Publikum lieber?
Leslie Mandoki: Es ist nicht so, dass ich jetzt diese Clubsession grundsätzlich bevorzuge. Seit meiner Teenagerzeit habe ich daran gearbeitet, dass unsere Konzerte immer größer, immer opulenter wurden. Diese wunderbaren Konzerthäuser, in denen wir für viele Tausend Leute gespielt haben, in New York, London, Paris oder im Circus Krone in München, das war einfach fantastisch. Auf die Clubsession freue ich mich sehr, aber in Zukunft werden wir auch wieder große Konzerte geben. Allerdings wollte ich einmal in meinem Heimatland Deutschland die direkte Begegnung erleben, sozusagen ganz nah dran. Als eine Art Essenz. Nicht nur musikalisch. Ich denke, die Nähe zu den Menschen ist in diesen Zeiten grundsätzlich ein wichtiger Schlüssel.






