Ein großer Felssturz hat am Sonntagnachmittag die Tofana di Dentro westlich von Cortina d’Ampezzo erschüttert. Erhebliche Mengen Gestein lösten sich nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa an der Nordseite des Berges und stürzten in Richtung Val Travenanzes. Eine dichte Staubwolke machte die Abbruchstelle zeitweise kaum zugänglich. Hinweise darauf, dass Menschen von den Felsmassen verschüttet wurden, gibt es nach den bisherigen Kontrollen nicht.

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Augenzeugen berichteten laut dem italienische Sender Rai News von einem gewaltigen Knall, der gegen 15 Uhr zu hören gewesen sei. Kurz darauf stieg eine große weiße Staubwolke über dem Berg auf. Nach Angaben der Bergrettung Ampezzo kam es innerhalb kurzer Zeit zu zwei Geröllabgängen.
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Felssturz bei Cortina: Gesteinsmassen erreichen Talboden nicht
Die abgestürzten Felsmassen bewegten sich in Richtung des Travenanzes-Tals. Nach den ersten Erkundungen kam das Material jedoch auf einem höher gelegenen Geländeband zum Liegen. Der Talboden wurde demnach nicht erreicht.
Dennoch sind mehrere Wanderwege in dem Gebiet betroffen. Einige Abschnitte wurden durch das Geröll beeinträchtigt. Um Wanderer aus dem Gefahrenbereich fernzuhalten, wurden Wege vorsorglich gesperrt. Dazu zählen nach den übereinstimmenden Angaben unter anderem der Weg 401 durch das Val Travenanzes sowie der Bereich der Cengia Paolina. Wann die Wege wieder freigegeben werden können, war zunächst offen.
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Staubwolke behindert Rettungshubschrauber
Die Bergrettung kontrollierte das Gebiet nach dem Felssturz aus der Luft und mit Drohnen. Ein Notarzthubschrauber aus Pieve di Cadore versuchte ebenfalls, sich der Abbruchstelle zu nähern. An Bord befanden sich Bergretter der Finanzwache aus Cortina.
Der Versuch wurde allerdings durch die starke Staubentwicklung erschwert. Die aufgewirbelten Gesteinspartikel schränkten die Sicht erheblich ein und verhinderten zunächst einen näheren Anflug. Weitere Überprüfungen erfolgten deshalb mit Drohnen und vom Boden aus.
Nach diesen Kontrollen ergaben sich keine Anzeichen dafür, dass Wanderer oder Bergsteiger unter den Felsmassen eingeschlossen worden sein könnten. Die Suchflüge wurden daraufhin beendet.
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Verletzte Wanderin unabhängig vom Felssturz gerettet
Der Rettungshubschrauber war bereits zuvor wegen eines anderen Notfalls in der Region eingesetzt worden. Eine 52 Jahre alte Wanderin hatte sich auf dem Normalweg zur Tofana am Knie verletzt. Bergretter wurden zu der Frau abgeseilt und nahmen sie anschließend mit einer Seilwinde an Bord des Hubschraubers.
Die Verletzte wurde nach der Bergung bei Codivilla abgesetzt. Der Einsatz für die Wanderin stand nach den vorliegenden Angaben nicht mit dem späteren Felssturz in Zusammenhang.
Weiterer Felsabbruch in Südtirol
Am Sonntag wurde zudem ein weiterer Felssturz in den Alpen beobachtet. Eine Wandergruppe war im Langtauferertal von Melag in Richtung Nockspitze unterwegs, als sie am Vormittag zunächst kleinere Steinschläge und Staubwolken bemerkte.
Gegen 10.40 Uhr kam es zu einem größeren Abbruch. Dabei stürzten weitere Felsblöcke zu Tal. Eine Wanderin filmte das Ereignis vom Gipfel aus.
Der Südtiroler Landesgeologe Volkmar Mair bewertete die Aufnahmen zunächst dahingehend, dass das abgestürzte Material auf dem Valginferner liegen geblieben sein könnte. Eine genaue Einschätzung sollte jedoch erst nach einer Untersuchung vor Ort erfolgen. Auch war zunächst nicht geklärt, ob Wanderwege oder Steige betroffen sind.
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Ursache des Felssturzes noch offen
Warum sich die Gesteinsmassen an der Tofana di Dentro lösten, war zunächst nicht bekannt. Die ersten Untersuchungen konzentrierten sich auf die Frage, wie weit das Material vorgedrungen ist und ob Wanderwege gefährdet sind.
Die Tofane gehören zu den markanten Berggruppen der Dolomiten und liegen westlich von Cortina d’Ampezzo in der Provinz Belluno. Das Gebiet wird von zahlreichen Wanderern und Bergsteigern genutzt.







