In Deutschland gibt es kaum noch Großbauprojekte, bei denen einfach mal alles funktioniert. Auch bezüglich der Sanierung und des Ausbaus der Kölner Bühnen drängt es sich geradezu auf, die Zahlen einfach mal für sich sprechen zu lassen: Statt angekündigter drei Jahre wurden stolze 14 bis zur Wiedereröffnung benötigt. Die Kosten? Eben mal von 253 Millionen Euro auf knapp 1,5 Milliarden angestiegen. Ein Plus von rund 492 Prozent (!).

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Damit reiht sich das Projekt in eine Abfolge illustrer Pannenbaustellen ein, über die sich der geneigte Beobachter der deutschen Bauszene – sei es der Berliner Flughafen BER, die Hamburger Elbphilharmonie oder auch Stuttgart 21 – nur noch wundern kann. Wenn wir eines gelernt haben: Das einst so stolze Land der Ingenieure schafft es nicht mehr, ein Großbauprojekt ohne jahrelange Verzögerung über die Bühne, oder in diesem Fall die Kölner Bühne, zu bringen.

Ferdinand Heimbach / Funke Mediengruppe
Ferdinand Heimbach ist Redakteur im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Kölner Bühnen: Geld wäre anderswo besser eingesetzt

Ja, es gibt verschiedene Gründe, warum ein Bauprojekt nicht in der vorgegebenen Zeit vollendet werden kann. Dass es aber teilweise bis zu einem Jahrzehnt länger dauert als geplant, ist keinem der Steuerzahler mehr vernünftig vermittelbar – und der zahlt letztlich die Zeche für solche Pannenprojekte. Gelder, die anderweitig deutlich besser eingesetzt wären.

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Es wird Zeit, die Planung solcher Prestigeobjekte endlich in vernünftige Bahnen zu lenken – sei es durch eine transparente Verteilung der Aufträge, eine Vereinfachung der Bürokratie sowie die Sinn- und Unsinnhaftigkeit mancher Bauvorschriften, die ein Bauprojekt in die Länge ziehen. Deutschland hat nicht nur gegenüber dem Rest der Welt ein Gesicht zu verlieren, sondern auch den eigenen Bürgern gegenüber.