Eigentlich sollten Blaine und Nathaniel nach einem Besuch bei ihrer Mutter in Großbritannien zurück zu ihrem Vater in die USA fliegen. Doch am 29. März kam alles anders als geplant: Die 34-jährige Nishika Samaratunga übergab die beiden Jungen nicht wie gerichtlich angeordnet an ihren Ex-Mann. Seitdem fehlt von der Britin und ihren Söhnen jede Spur.

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Der Fall beschäftigt inzwischen Gerichte auf beiden Seiten des Atlantiks. Der Vater Ben Baier versucht, seine Söhne über das britische High Court zurückzubekommen. Die Kinder sind laut den britischen Medien fünf und drei Jahre alt und lebten vor dem Besuch bei ihrem Vater nahe Denver im US-Bundesstaat Colorado.

Gericht hatte Vater das Sorgerecht zugesprochen

Baier und Samaratunga hatten 2020 geheiratet. Die Britin zog damals in die USA. Nach dem Scheitern der Ehe im Jahr 2024 beantragte sie im August 2025 vor einem Gericht in Colorado, mit den Kindern nach London ziehen zu dürfen. Der Antrag wurde abgelehnt, weitere Versuche, die Kinder dauerhaft zu sich zu holen, scheiterten ebenfalls.

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Im Oktober 2025 entschied das Gericht, dass Baier der hauptsächliche Sorgeberechtigte der beiden Jungen sein soll. Gleichzeitig durfte Samaratunga ihre Söhne weiterhin sehen. Deshalb wurden Besuche in Großbritannien angeordnet – darunter auch jener im März. Nach dem Besuch hätte Baier die Kinder am 29. März am Flughafen wieder übernehmen sollen. Samaratunga erschien dort jedoch nicht mit den Jungen.

Das Gericht in Colorado ordnete im April an, dass US-Behörden die Kinder in Gewahrsam nehmen dürfen. Es sah ein „glaubhaftes Risiko“, dass die Jungen unmittelbar gefährdet sein könnten. Samaratunga habe nach Einschätzung des Gerichts Anzeichen dafür gezeigt, die Rückkehr der Kinder gezielt zu verhindern.

Vater sorgt sich um seine beiden Söhne

Baier hat seit März keinen Kontakt mehr zu seinen Kindern. Nach Angaben seiner Anwälte gibt es Hinweise darauf, dass die Jungen derzeit weder regelmäßig zur Schule beziehungsweise in den Kindergarten gehen noch medizinisch versorgt werden. Beide Kinder haben laut ihrem Vater Autismus. „Solch abrupte Änderungen ihrer Routine sind unglaublich schädlich für ihre Entwicklung und Gesundheit“, sagte Baier. Er appellierte an seine Ex-Frau, die Jungen zurückzubringen, damit sie in ihr gewohntes Leben in Colorado zurückkehren könnten.

Das Londoner High Court erlaubte inzwischen, Namen und weitere Details des Falls öffentlich zu machen, um bei der Suche nach der Mutter und den Kindern zu helfen. Zudem wurden Unternehmen und Einrichtungen wie Banken, ein Wasserversorger und der britische Gesundheitsdienst aufgefordert, bei der Suche nach Samaratunga zu helfen.

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Social-Media-User nehmen Mutter in Schutz

Samaratunga stammt laut britischen Medien aus einer wohlhabenden sri-lankischen Tee-Dynastie. Sie wird als Nachfahrin der Unternehmerfamilie beschrieben, die hinter dem traditionsreichen Teeproduzenten Mackwoods steht. Ihre familiären Verbindungen nach Sri Lanka könnten bei der Suche nach ihr und den beiden Kindern eine Rolle spielen – bislang ist allerdings nicht bekannt, wo sich die drei aufhalten.

In den sozialen Medien wird die Mutter von vielen Usern in Schutz genommen. „Bei jeder Geschichte gibt es IMMER zwei Seiten“, schreibt ein Nutzer. Andere vermuten, Samaratunga könnte mit ihren Söhnen geflohen sein, weil sie sich selbst oder ihre Kinder in Gefahr gesehen habe. Mehrfach wird zudem die Frage gestellt, warum ein Gericht dem Vater das alleinige Sorgerecht zugesprochen hat und welche Vorgeschichte dem vorausging. „Ich möchte die andere Seite der Geschichte hören“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

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Erinnerungen an die Causa Block

Der Fall erinnert in Deutschland an die sogenannte Causa Block. Auch im Fall der Hamburger Unternehmerin Christina Block geht es um einen eskalierten internationalen Sorgerechtsstreit und die Entziehung von Kindern vom jeweils anderen Elternteil.

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Block steht derzeit in Hamburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder aus Dänemark Ende 2023 in Auftrag gegeben zu haben. Block bestreitet das. Ein Urteil gibt es bislang nicht.

mkx