In einer aktuellen Studie haben Forscher der University of Staffordshire einen regen Handel mit mumifizierten Körperteilen über verschiedene Internet-Plattformen nachgewiesen. Dass dieser illegale Vertrieb nicht ohne Folgen bleibt, zeigen bereits historische Erkenntnisse. So stehen Graböffnungen und die Störung von Ruhestätten in mehreren Fällen mit dokumentierten Todesfällen in Zusammenhang.
Archäologie: Handel mit mumifizierten Körperteilen floriert
Die Faszination für Mumien erlebte insbesondere durch die zahlreichen archäologischen Entdeckungen in Ägypten einen enormen Aufschwung. Bis heute besteht bei Sammlern und Interessierten eine Nachfrage nach mumifizierten menschlichen Überresten und konservierten Tieren. Ein Forschungsteam um die Bioarchäologin Kirsty Squires von der University of Staffordshire dokumentierte zwischen 2015 und 2025 systematisch den Handel mit solchen Objekten und veröffentlichte die Ergebnisse anschließend im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie, wie GEO berichtet.
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Die Wissenschaftler erfassten 128 Anzeigen, in denen unterschiedliche mumifizierte Überreste zum Verkauf angeboten wurden. Das Spektrum reichte von menschlichen Händen und Füßen über Schädel und Schrumpfköpfe bis hin zu einbalsamierten Tieren. Die meisten der dokumentierten Objekte stammten nach Angaben der Forscher aus Ägypten und Südamerika.
Eine besonders ausgeprägte Nachfrage ließ sich in den USA, Kanada und Großbritannien beobachten. Dafür könnten auch kulturelle Traditionen eine Rolle spielen, da die öffentliche Aufbahrung Verstorbener in diesen Ländern für viele Menschen Bestandteil des Abschiedsrituals ist. Insbesondere in den USA verfügt die Bestattungsbranche über eine lange Tradition der Einbalsamierung. Einen Höhepunkt erreichte diese Form der körperlichen Konservierung während des Amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865, als gefallene Soldaten durch die Einbalsamierung über größere Entfernungen zu ihren Familien zurückgebracht werden konnten.
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Tödlicher Fluch: Die Gefahren einer Graböffnung
Der unsachgemäße Umgang mit mumifizierten menschlichen Überresten kann erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Die Forscher identifizierten allein auf 13 veröffentlichten Fotografien Präparate mit einer sichtbaren und verdächtigen Besiedlung durch Pilze. Zusätzlich dokumentierte das Forschungsteam 22 Händler, die mumifizierte Körperteile ohne Handschuhe mit bloßen Händen präsentierten.

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Auch die bei der Einbalsamierung verwendeten Substanzen können eine gesundheitliche Gefahr darstellen. In der Vergangenheit kamen unter anderem Bitumen, Zedernöl und Natron zum Einsatz, deren Bestandteile nach der Öffnung eines Grabes Reizungen der Atemwege, der Lunge und der Haut verursachen können. Bei jüngeren Einbalsamierungen aus dem 19. Jahrhundert wurden zudem giftige Schwermetalle wie Arsen, Quecksilber und Blei eingesetzt. Eine Belastung mit diesen Stoffen kann mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen verbunden sein und unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Organschäden sowie ein erhöhtes Krebsrisiko begünstigen.
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Rätselhafte Folge von Todesfällen: Die Graböffnung von König Kasimir IV.
Einer der am besten dokumentierten Fälle von Todesfällen im Zusammenhang mit einer Graböffnung ereignete sich im Jahr 1973 in Polen. Nach der Öffnung des Grabes von König Kasimir IV. Jagiello in der Krakauer Wawel-Kathedrale starben in den folgenden Jahren mehrere an der Untersuchung beteiligte Personen. Der polnische Mikrobiologe Bolesław Smyk hatte Staubproben aus der Grabstätte analysiert und dabei unter anderem Aspergillus flavus, den sogenannten Gelben Gießkannenschimmel, nachgewiesen. Der Pilz kann giftige Stoffwechselprodukte bilden, darunter Aflatoxine, und seine mikroskopisch kleinen Sporen können bei einer Belastung eingeatmet werden. Insgesamt starben drei Personen, die an der Öffnung des Grabes beteiligt gewesen waren.
Zu den bekanntesten historischen Beispielen zählt die Öffnung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922. Nachdem zunächst Lord Carnarvon, der Finanzier der Ausgrabungen, und später weitere Personen aus dem Umfeld der Expedition starben, entstand die Legende vom sogenannten „Fluch der Pharaonen“. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben jedoch, dass Lord Carnarvon vermutlich an den Folgen einer Blutvergiftung starb, die sich nach einem infizierten Mückenstich entwickelt hatte. Dennoch können jahrtausendealte Grabkammern günstige Bedingungen für die Ansiedlung und den Erhalt von Schimmelpilzen bieten, weshalb bei archäologischen Untersuchungen entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
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Auch bei Graböffnungen in Deutschland wurden diese Erkenntnisse berücksichtigt. Bei der Untersuchung der Krypta von Erzbischof Wichmann von Magdeburg stellten Wissenschaftler eine hohe Konzentration potenziell gesundheitsgefährdender Schimmelpilzsporen fest. Die an der Öffnung beteiligten Personen waren jedoch entsprechend geschützt, sodass die Arbeiten ohne gesundheitliche Folgen durchgeführt werden konnten.









