Mumien mit aufwendigen Grabbeigaben sowie unterschiedlichen Methoden der Konservierung sind in der Archäologie seit Langem bekannt. Ein kürzlich entdeckter Fund an einer Ausgrabungsstätte nahe der heutigen ägyptischen Stadt Al Bahnasa, rund 200 Kilometer südlich von Kairo, hat jedoch besonderes Interesse geweckt.

Überraschende Entdeckung: Botschaft einer Mumie sorgt für Verwunderung

Der Fund erweist sich insofern als überraschend, als dass die Mumie mit einem literarischen Text entdeckt wurde, wie Ignasi Xavier Adiego, Altphilologe an der Universität Barcelona, gegenüber CNN erläuterte. Bislang waren bei vergleichbaren Funden, die versiegelte Beigaben enthielten, vor allem rituelle Formeln nachweisbar, die im Rahmen des Einbalsamierungsprozesses verwendet worden waren.

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Nach Einschätzung der Wissenschaftler ist die Mumie etwa 1600 Jahre alt und lässt sich damit in die spätrömische Epoche einordnen. Obwohl das Papyrus stark beschädigt ist, gelang es, eine Passage aus Homers Ilias eindeutig zu identifizieren. Das griechische Epos umfasst insgesamt 24 Bücher und wird in das 8. oder 7. Jahrhundert vor Christus datiert.

Wozu diente der literarische Text?

Bei bisherigen Funden gehen Wissenschaftler davon aus, dass Papyrusbeigaben im Einbalsamierungsprozess eine Art Signatur der ausführenden Person darstellten und zugleich eine schützende Funktion erfüllten. Im vorliegenden Fall hält der Philologe Adiego eine solche Deutung jedoch für unwahrscheinlich. Der überlieferte Text aus Homers Werk dürfte demnach eine andere, bislang nicht abschließend geklärte Funktion gehabt haben.

Die Untersuchungen des Papyrus befinden sich derzeit noch in einem frühen Stadium. Aufgrund der starken Fragmentierung und des insgesamt schlechten Erhaltungszustands setzen die Forscher auf moderne Analyseverfahren, darunter bildgebende Techniken wie Röntgenuntersuchungen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Darüber hinaus ist über die Lebensumstände der Personen, deren Mumien an dieser Fundstelle entdeckt wurden, bislang nur wenig bekannt. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass ihre Familien über ausreichende finanzielle Mittel verfügten, um die aufwendige Einbalsamierung zu ermöglichen, wie Adiego erläutert.

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Weitere Funde: Mumien mit rätselhaften Zungen

Wie das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer mitteilte, wurden an der betreffenden archäologischen Stätte weitere Mumien entdeckt. Drei von ihnen wiesen eine Goldfolie auf der Zunge auf, während man bei einer weiteren Mumie eine Kupferauflage in diesem Bereich fand. Darüber hinaus wurde ein Raum freigelegt, in dem sich ein Gefäß befand, das die verbrannten Überreste eines erwachsenen Menschen sowie die Knochen eines Säuglings und den Kopf eines Raubtieres enthielen.