Seit Wochen gibt es Streit im Mannheimer Rathaus. Der Grund: Stadtrat Julien Ferrat will in den Räumen der Verwaltung eine Swingerparty veranstalten – und hat das nun nach eigenen Angaben auch durchgezogen. Aus einem geplanten „kommunalpolitischen Stammtisch“ im Rathaus sei am Freitag eine „politische Swingerparty“ geworden, teilte Ferrat (Die Mannheimer) mit.

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„Das war einfach die pragmatischste Lösung“, sagte der 35-Jährige jetzt laut einer Mitteilung. „Der Raumantrag war bereits genehmigt, die Raumgröße hat gepasst und die meisten ernsthaft Interessierten hatten an dem Tag Zeit.“ Sieben Männer und zwei Frauen hätten an der Veranstaltung teilgenommen.

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Die Stadt bestätigte, dass Ferrat zu Beginn des Jahres Räume im Rathaus für einen „kommunalpolitischen Stammtisch beziehungsweise Bürgersprechstunden“ reserviert hatte. Dass er diese jetzt für eine Sexparty nutzte, davon will man vorab nichts gewusst haben. Im Gegenteil: „Die Stadtverwaltung hat Herrn Stadtrat Ferrat ausdrücklich schriftlich darüber informiert, dass der für seine Tätigkeit reservierte Raum nicht für Nacktveranstaltungen, Swinger-Partys und ähnlichem genutzt werden darf“, hieß es. 

Julien Ferrat mit einer Ausgabe des Mannheimer Amtsblatts
Mannheim: Julien Ferrat, Stadtrat der Mannheimer Wählervereinigung „Die Mannheimer“, hat die spezielle Party veranstaltet. © Uwe Anspach/dpa | Uwe Anspach

Swinger-Stadtrat handelte wohl ohne Absprache

Für den Stadtrat soll das Zuwiderhandeln indessen Konsequenzen haben. „Die Vorkehrungen der Stadt hat Herr Ferrat demnach unterlaufen und den zur Verfügung gestellten Raum anscheinend zweckentfremdet“, teilte die Stadt weiter mit. „Damit liegt eine gröbliche Verletzung der gemeinderätlichen Treuepflicht durch Herrn Stadtrat Ferrat nahe.“ Der Gemeinderat müsste entscheiden, ob ihm ein Ordnungsgeld oder Sanktionen auferlegt werden.

Ferrat hatte Anfang August seine Pläne für eine Swingerparty im Rathaus in den Medien verkündet. Er hatte damals auch einen Aufruf für das Swingertreffen im Rathaus im Amtsblatt veröffentlichen wollen. Letzteres hatte die Stadt abgeschmettert. Mit dem Aufruf könnten für die Leser eventuell irreführende Informationen verbreitet werden, hatte es geheißen. Die Stadt ging zudem davon aus, dass die angekündigte Swingerparty im Rathaus so nicht stattfinden könne.

FMG/dpa