War er es – oder war er es nicht? Um den Buckelwal Timmy rankten sich in den vergangenen Monaten einige Fragen. Nachdem das Tier Mitte Mai tot vor der dänischen Insel Anholt angespült worden war, sorgten unterschiedliche Aussagen zu DNA-Proben für zusätzliche Verwirrung. Nun gibt es eine neue Analyse: Die vorliegenden DNA-Daten stimmen zu 99,91 Prozent überein.

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Zu diesem Ergebnis kommt der Molekulargenetiker Bertram Brenig von der Universität Göttingen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte er, die beiden Datensätze seien damit „praktisch identisch“. Auch andere Fachleute bestätigten demnach, dass eine derart hohe Übereinstimmung dafür spricht, dass die Proben vom selben Tier stammen. Damit spricht die DNA-Auswertung dafür, dass der vor Anholt gefundene Buckelwal tatsächlich Timmy war – jenes Tier, das Ende April von der Ostseeinsel Poel in Richtung Nordsee gebracht und Anfang Mai im Skagerrak ausgesetzt worden war.
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Wal Timmy: DNA-Proben sorgten für Streit
Für Verwirrung hatte eine Pressekonferenz im Juli gesorgt. Die Kleintierärztin Kirsten Tönnies, die zur privaten Initiative rund um den Transport des Wals gehörte, hatte damals erklärt, Gewebeproben des Tieres seien von einem chinesischen Labor untersucht worden. Dabei seien die Ergebnisse der Proben, die vom Schiff und von der Insel Anholt stammten, so unterschiedlich gewesen, dass sie nicht einmal von derselben Tierart stammen könnten, sagte Tönnies. Gleichzeitig räumte sie ein, selbst keine Fachkenntnisse in DNA-Analysen zu haben.

Die nun vorliegende Expertenanalyse kommt zu einem deutlich anderen Ergebnis. Brenig weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sich seine Untersuchung ausschließlich auf die ihm zur Verfügung gestellten DNA-Daten bezieht. Zur Herkunft der Proben oder dazu, ob diese korrekt behandelt wurden, äußerte er sich nicht.
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Weitere Hinweise sprechen für Timmy
Auch unabhängig von der DNA gab es bereits mehrere Hinweise darauf, dass es sich bei dem toten Tier um Timmy handelte. Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls an der privaten Initiative beteiligt war, hatte nach den widersprüchlichen Aussagen im Juli erklärt, sie habe daran keinen Zweifel. Sie habe den Wal vor Anholt anhand bestimmter Merkmale wiedererkannt. Außerdem sei sie dabei gewesen, als Taucher den Sender vom Tier entfernten.
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Auch die Daten dieses Trackers passen zu der Geschichte. Nachdem der Wal im Skagerrak ausgesetzt worden war, bewegte er sich laut den aufgezeichneten Daten wieder in Richtung Ostsee. Kurz vor Anholt brach das Signal ab. Das lässt sich allerdings technisch erklären: Der Tracker sendete nur, wenn er sich an der Wasseroberfläche befand. Wenn der Wal nach seinem Tod auf den Meeresgrund sank, konnte der Sender kein Signal mehr übertragen.
Buckelwal Timmy war schwer geschwächt
Die Geschichte des Buckelwals hatte bereits im Frühjahr viele Menschen beschäftigt. Am 3. März war das Tier zunächst in Wismar gesichtet worden. Am 23. März tauchte es vor Timmendorfer Strand auf und strandete dort später mehrfach. Ab dem 31. März hielt sich der schwer geschwächte Wal vor der Insel Poel auf. Eine private Initiative entschied schließlich, das Tier aus der Ostsee in Richtung Nordsee zu transportieren.
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Am 28. April begann die Fahrt. Rund 70 Kilometer vor Skagen wurde das Buckelwal-Weibchen am 2. Mai im Skagerrak wieder ins Meer entlassen. Doch die Hoffnung auf eine Rückkehr in seinen natürlichen Lebensraum erfüllte sich nicht. Am 14. Mai wurde der Wal tot vor Anholt angespült.
mkx mit dpa








