Gleich drei deutsche Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg sind in diesem Jahr in der Ostsee und im Ionischen Meer entdeckt worden. Zwei der Funde sind deutsche U-Boote, beim dritten handelt es sich um ein Torpedoboot. An Bord der beiden U-Boote starben insgesamt 80 Besatzungsmitglieder.

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Bei den Funden in der Ostsee handelt es sich um die U-Boote U-583 und U-649. Das bestätigte Christian Lübcke vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge der Deutschen Presse-Agentur. U-583 wurde demnach am 15. Juli östlich der dänischen Insel Bornholm am Rand der polnischen Wirtschaftszone entdeckt. U-649 wurde etwas später gefunden. Die genauen Koordinaten liegen dem Volksbund nach eigenen Angaben noch nicht vor.
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Nazi-Wracks: Zwei U-Boote, 80 Tote
Für die Besatzungen endeten die Fahrten der beiden U-Boote tödlich. U-583 sank 1941, nachdem das Boot bei einer Ausbildungsfahrt mit einem anderen U-Boot kollidiert war. Alle 45 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Auch U-649 sank nach einer Kollision während einer Ausbildungsfahrt. Das geschah 1943. Elf Männer konnten sich nach Angaben des Volksbundes retten, 35 Besatzungsmitglieder starben. Der Altersdurchschnitt der Besatzungen beider U-Boote lag bei etwa 24 Jahren. Die Männer stammten aus verschiedenen Teilen des damaligen Deutschen Reiches.

Das Wrack der U-583 ist nach Angaben des polnischen Vereins für Wracktauchgänge noch erstaunlich gut erhalten. „Das Wrack von U-583 ist in einem sehr guten Zustand“, sagte Vereinschef Piotr Wytychowski dem polnischen Sender Polsat News. Das U-Boot sei praktisch noch vollständig erhalten – allerdings von zahlreichen Fischernetzen umwickelt. Für den Verein war der Fund ein besonderer Erfolg: Es war bereits der dritte Versuch, U-583 aufzuspüren.
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13 Jahre nach deutschem Torpedoboot gesucht
Noch länger dauerte die Suche nach dem dritten Wrack. Vor der griechischen Hafenstadt Preveza wurde in 96 Metern Tiefe das deutsche Torpedoboot LS 6 entdeckt. Nach ihm hatten Unterwasserforscher bereits seit 13 Jahren gesucht. In deutschen Militärarchiven gab es bereits Hinweise auf ein unbekanntes Wrack in der Region zwischen der griechischen Insel Lefkada und Preveza. Der griechische Historiker und Unterwasserforscher Giorgos Karelas konnte das mögliche Suchgebiet schließlich deutlich eingrenzen.
Jetzt gelang es zwei technischen Tauchern, in die Tiefe vorzudringen und das Wrack zu fotografieren. Gemeinsam mit den historischen Dokumenten ermöglichten die Aufnahmen schließlich die Identifizierung: Es handelte sich tatsächlich um die LS 6. Das Torpedoboot war gemeinsam mit seinem Schwesterschiff LS 5 nach Griechenland gebracht worden. Die deutsche Kriegsmarine wollte beide Boote für Einsätze im Mittelmeer nutzen.
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Für LS 6 endete der Einsatz jedoch vorzeitig. Bei seiner letzten Mission im Ionischen Meer wurde das Boot schwer beschädigt und anschließend zur Reparatur nach Korfu gebracht. Während des Transports zur Instandsetzung nach Piräus nahm das Schiff Wasser auf und sank im September 1943 vor Preveza.
Wracks sollen nicht geborgen werden
Trotz der neuen Funde ist eine Bergung offenbar nicht geplant. In den Wracks befinden sich die sterblichen Überreste der Besatzungsmitglieder. Der Volksbund will nach Angaben der dpa dafür sorgen, dass die Toten ihre letzte Ruhe behalten.
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Deshalb werde unter anderem erwogen, bei den polnischen Behörden eine Tauchverbotszone rund um die Wracks zu beantragen. Sie soll nicht nur dem Schutz der Fundstellen dienen, sondern auch verhindern, dass Plünderer die Wracks aufsuchen.
mkx mit dpa










