Mehr als 60 Jahre lag die Ausrüstung eines bayerischen Bergsportlers im Eis eines österreichischen Gletschers. Erst als das Eismassiv durch den Klimawandel immer weiter abschmolz, kamen Rucksack, Eispickel und weitere persönliche Gegenstände im Juli wieder zum Vorschein

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Die Fundstücke führten die Ermittler schließlich zu einem 86-Jährigen aus Bayern, der 1963 nur knapp einem tödlichen Unfall am Berg entgangen war. Wie die Polizei mitteilte, reiste die Familie des heute 86-Jährigen diese Woche nach Tirol, um den gefundenen Rucksack und die anderen Gegenstände entgegenzunehmen.
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Zuvor hatte ein Alpinist im Juli den Rucksack samt Eispickel, Kamera und Pfeife auf fast 3000 Metern Höhe im Bereich des Sulztalferners entdeckt – einem Gletscher, der im Zuge des Klimawandels stark geschrumpft ist. Augenscheinlich war die gefundene Ausrüstung Jahrzehnte alt. Für die Polizei stellte sich die Frage: Sind dies die Überreste eines Unglücks in den Bergen?
Umfangreiche Ermittlungen wurden gestartet. Unter den Fundstücken befand sich auch eine stark verwitterte Mappe mit Dokumenten. Darin stand ein kaum mehr leserlicher Name. Nach weiteren Recherchen konnte der Besitzer aus dem Landkreis Regensburg identifiziert werden.
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Der mittlerweile 86 Jahre alte Mann konnte sich noch an die dramatische Vorgeschichte erinnern, wie die Polizei berichtete. Im August 1963 unternahm er mit Freunden eine Bergtour im Bereich des Sulztalferners. Während der Überquerung des Gletschers stürzte der Mann in eine Spalte im Eis.

Da die Gruppe angeseilt war, konnte der Mann von seinen Kameraden gehalten werden, und er konnte sich aus der Gletscherspalte befreien. Doch den Rucksack warf er in die Tiefe, um während der Rettungsaktion sein Gewicht zu verringern.
Nun wurde die Ausrüstung in Neustift im Stubaital an den Sohn des Alpinisten übergeben. Der 86-Jährige konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst nach Tirol reisen, hieß es. Für seine Nachkommen hat die Geschichte hinter dem Gletscherfund eine ganz besondere Bedeutung, wie der Sohn der Polizei schilderte: Wenn sein Vater den Unfall im Jahr 1963 nicht überlebt hätte, würde die Familie in ihrer heutigen Form nicht existieren, sagte er.
os/dpa






