Zusammenfassung

  • In Italien ersetzen auf immer mehr Autobahnen sogenannte Free-Flow-Systeme die klassischen Mautstationen.
  • Vor allem Autofahrer ohne Telepass müssen dabei einiges beachten.
  • Welche Regeln gelten und wie Urlauber hohe Strafen vermeiden – alle Infos hier

Wer mit dem Auto nach Italien fährt, kennt die klassische Mautstation: anhalten, Ticket ziehen oder bezahlen, Schranke passieren und weiterfahren. Doch dieses Bild verschwindet auf immer mehr italienischen Autobahnen. Stattdessen setzt Italien auf das sogenannte Free-Flow-System.

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Für Autofahrer bedeutet das zwar freie Fahrt ohne Warteschlange – aber keineswegs freie Fahrt ohne Maut. Beim Free-Flow gibt es keine Schranken und keine Kassenhäuschen mehr. Stattdessen erfassen Portale über der Fahrbahn die vorbeifahrenden Fahrzeuge. Kameras lesen das Kennzeichen. Gleichzeitig können elektronische Mautgeräte das Fahrzeug identifizieren. Anschließend wird anhand der gefahrenen Strecke und der Fahrzeugklasse die fällige Maut berechnet.

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Mit dem Auto nach Italien: Urlauber sollten neues Mautsystem kennen

Für Urlauber mit Telepass ist die Umstellung vergleichsweise unkompliziert. Das Mautgerät wird beim Durchfahren des Portals erkannt, die Gebühr anschließend automatisch über den jeweiligen Tele-Maut-Dienst abgerechnet. Wer einen entsprechenden Vertrag besitzt, muss sich daher normalerweise um nichts kümmern.

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Anders sieht es für Autofahrer ohne Telepass aus. Sie müssen nicht anhalten und auch nicht sofort an einer Zahlstelle bezahlen. Der entscheidende Punkt kommt erst danach: Der Fahrer muss selbst überprüfen, ob eine Maut angefallen ist, und diese innerhalb der vorgeschriebenen Frist begleichen. In mehreren Free-Flow-Systemen gilt dafür eine Frist von 15 Tagen.

Genau hier kann die Falle für deutsche Italien-Urlauber zuschnappen. Denn nach der Durchfahrt gibt es nicht unbedingt eine Rechnung oder einen Zahlungsbeleg. Wer die digitale Maut übersieht und nach dem Urlaub einfach nach Hause fährt, kann die Zahlungsfrist verpassen. Wird die offene Forderung anschließend nicht beglichen, können zusätzliche Kosten entstehen. Die italienische Straßenverkehrsordnung sieht für den nicht bezahlten Mautbetrag eine Verwaltungsstrafe von 87 bis 344 Euro vor.

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Free-Flow-Maut gilt bereits auf wichtigen Strecken Norditaliens

Das Free-Flow-System ist inzwischen auf mehreren wichtigen Strecken in Norditalien aktiv. Dazu gehören unter anderem die A36 Pedemontana Lombarda in der Lombardei, die A59 bei Como, die A60 bei Varese und die A33 zwischen den Städten Asti und Cuneo in der norditalienischen Region Piemont. Wer ohne Telepass unterwegs ist, sollte nach der Fahrt kontrollieren, ob ein Transit registriert wurde, und die Maut rechtzeitig über die offiziellen Kanäle des jeweiligen Autobahnbetreibers bezahlen.

Je nach Strecke stehen dafür Internetportale, Apps oder auch bestimmte Verkaufsstellen zur Verfügung. Und noch eine Gefahr sollten Urlauber kennen: Betrüger nutzen die digitale Maut zunehmend für Phishing-Versuche. Eine unerwartete SMS, E-Mail oder WhatsApp-Nachricht mit einem Zahlungslink sollte deshalb nicht einfach angeklickt werden. Wer unsicher ist, sollte direkt die offizielle Website oder App des zuständigen Autobahnbetreibers öffnen und dort prüfen, ob tatsächlich eine offene Maut besteht.

mta