Eine Haubitze, die vom Deutschen Heer im Ersten Weltkrieg eingesetzt wurde, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Nach dem Ende des Krieges gelangte das Geschütz als Kriegsbeute nach Großbritannien und entging dort durch mehrere Zufälle seiner endgültigen Verschrottung. Heute gilt das seltene Exemplar als bedeutendes militärhistorisches Zeugnis und soll künftig in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Weltkrieg: Außergewöhnlich seltene Haubitze vor dem Ende bewahrt

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden zahlreiche Geschütze, Panzer und weitere militärische Hinterlassenschaften des Deutschen Heeres als Kriegsbeute nach Großbritannien gebracht. Die erbeuteten Waffen wurden anschließend meist nicht weiter militärisch genutzt, sondern ausgewählten Gemeinden im ganzen Land überlassen. Auf diesem Weg gelangte auch eine kurzläufige Haubitze in das Dorf St. Boswells in den Scottish Borders nahe Melrose.

Zunächst wurde das Geschütz dort öffentlich ausgestellt. Der örtliche Veteran George Oliver entwickelte jedoch eine tiefe Abneigung gegen das Kriegsgerät. Er war während der Schlacht von Gallipoli verwundet und anschließend nach Großbritannien zurückgebracht worden. Nach seiner Genesung kehrte er an die Front zurück. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs geriet er schließlich in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Mit Kameraden warf er die Haubitze später in einen Fluss. Ironischerweise bewahrte Oliver das Geschütz in den 1930er Jahren selbst vor der Verschrottung. Taff Gillingham von „Great War Huts“ nahe Bury St. Edmunds berichtete darüber gegenüber der BBC.

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Über Jahrzehnte lag die Haubitze unter Schlamm verborgen, bis sie 1980 von einer Gruppe einheimischer Jugendlicher entdeckt wurde. Mithilfe eines Traktors gelang es ihnen, das schwere Geschütz zu bergen. Einer der Beteiligten, Ian Rogers, der in der Nähe wohnte, nahm die Haubitze anschließend mit nach Hause. Dort diente sie über viele Jahre als eine Art „Torwächter“ auf seinem Grundstück.

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Als das Gelände nun verkauft werden sollte, drohte dem historischen Geschütz erneut die Verschrottung. Der Historiker Mike Taylor, der sich auf die Suche nach erhaltenen Trophäenwaffen spezialisiert hat, konnte dies verhindern. Damit überstand die Haubitze bereits zum wiederholten Mal eine drohende Vernichtung. Künftig soll das seltene historische Exemplar in einem Museum erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

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Haubitze wird zum Ausstellungsobjekt

Die entdeckte Haubitze besitzt einen außergewöhnlichen historischen Wert. Nach Angaben des Historikers Taff Gillingham handelt es sich um eines von lediglich zwei bekannten Exemplaren einer 10,5-Zentimeter-Haubitze in Großbritannien. Das Geschütz gehörte zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 zur Standardausrüstung des Deutschen Heeres und wurde von Krupp gefertigt. Es verfügte über eine Reichweite von rund 9.200 Metern und konnte bis zu vier oder fünf Schuss pro Minute abgeben. Im Vergleich zu den deutlich weiter verbreiteten 7,7 Zentimeter-Feldgeschützen kam die Haubitze allerdings wesentlich seltener zum Einsatz.

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Damit das historische Geschütz künftig ausgestellt werden kann, sind umfangreiche Restaurierungsarbeiten erforderlich. „Es ist zwar viel Arbeit erforderlich, und ein Großteil des Stahls muss ersetzt werden, aber der Miteigentümer des Museums, Kev Smith, lässt sich davon keineswegs beirren“, berichtet Gillingham über die geplante Restaurierung. Trotz des erheblichen Aufwands soll die Haubitze damit langfristig erhalten werden. Als seltenes Zeugnis der militärischen Technik des Ersten Weltkriegs kann sie einen anschaulichen Einblick in die damalige Kriegsgeschichte vermitteln und für künftige Generationen bewahrt werden.