Es war ein dramatischer Zwischenfall im Juli: Bei einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen war einer der 149 Passagiere schwer verletzt worden. Ein Flugbegleiter hatte bemerkt, dass der Passagier auf Sitz 11F in rund 4500 Metern Flughöhe teilweise in einem beschädigten Kabinenfenster feststeckte und die gesamte Scheibe fehlte.

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Der Kopf und die Schultern des Mannes befanden sich nach Aussage einer Mitreisenden bereits außerhalb des Fliegers, als andere Passagiere den Verletzten zurück in die Kabine ziehen konnten. Ein unter den Fluggästen anwesender Arzt hat sich dann um den Mann, griechischen Behörden zufolge ein Serbe, gekümmert. Das herausgebrochene Fenster war mit einer Metallbox abgedeckt worden und die Maschine war nach Thessaloniki zurückgekehrt.
Jetzt bereitet der Anwalt des Betroffenen eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe vor. Das berichtet die „Bild“. Der Jurist vertrete nicht nur das 61-jährige Opfer, sondern noch 35 weitere Passagiere, die den Flug am 10. Juli angetreten hatten.
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Vorfall in Ryanair-Flieger: War ein Vogelschlag wirklich schuld?
Vor dem Zwischenfall hatten Teile eines ausgefallenen Triebwerks den Rumpf der Boeing 737 durchschlagen und einen Druckabfall in der Kabine ausgelöst. Die US-amerikanische Behörde zur Untersuchung von Verkehrsunfällen (NTSB, National Transportation Safety Board) sprach in einem vorläufigen Bericht von einem „Fan Blade Out“ beim Steigflug.
An dem betroffenen Triebwerk hatten Ermittler Vogelreste gefunden. Ob ein Vogelschlag zu dem Vorfall führte, ist aber unklar. In den vorangegangenen zwölf Monaten waren vier Vogelschläge für das gleiche Triebwerk gemeldet worden, ein Schaden konnte aber nicht festgestellt werden. Auch Merkmale, die auf Materialermüdung hinweisen könnten, sind gefunden worden.
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Der Anwalt nimmt in der „Bild“ klar Stellung: „Wir gehen davon aus, dass Vögel diesen drastischen Schaden allein nicht verursacht haben können.“ Laut der Zeitung kooperiert er mit einer auf Luftfahrtrecht spezialisierten US-Kanzlei aus New York. Nach „Bild“-Informationen könnte sich die Sammelklage im zweistelligen Millionenbereich bewegen.
Die am Freitag (14. August) veröffentlichte Analyse ist vorläufig. Die vollständige Untersuchung des Vorfalls kann bis zu zwei Jahre dauern.
dw/dpa/AFP






