Der Fund von mehr als einem Dutzend toter Rentiere auf Spitzbergen stellt Forschende vor ein Rätsel. „Es ist äußerst ungewöhnlich, dass fortpflanzungsfähige weibliche Tiere und ausgewachsene Männchen im Sommer sterben“, berichtete der oberste Beamte von Spitzbergen am Donnerstagabend. „Deshalb bitten wir die Bevölkerung, Funde von kürzlich verendeten Rentieren zu melden.“

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Behörden haben insgesamt 13 tote Tiere in zwei Tälern der Inselgruppe während Bestandszählungen gefunden – zwei Männchen und elf Weibchen. Woran sie gestorben sind, ist völlig unklar. „Bereits im Juli wurden drei kürzlich verendete Rentiere von Tierärzten obduziert“, hieß es in der Mitteilung. „Dabei wurden zahlreiche Proben entnommen, die Todesursache ist jedoch bislang unbekannt.“

Auch interessant

Krankheit würde Rentiersterben auf Spitzbergen kaum erklären

Auch das Norwegische Institut für Naturforschung kann zum aktuellen Zeitpunkt „keine eindeutigen Hinweise“ sowie „keine konkrete Hypothese“ benennen, um die ungewöhnlichen Todesfälle im Sommer zu erklären.

„Im Winter sterben vor allem die jüngsten und ältesten Tiere“, sagte der Forscher Vebjorn Veiberg. Die tot aufgefundenen Tiere seien jedoch in der „kräftigsten und fruchtbarsten Phase ihres Lebens“. Tierärzte suchen nun nach einer Erklärung für die Todesfälle. Doch auch eine Krankheit würde vermutlich nicht ausgerechnet die stärksten Tiere töten.

Auch interessant

Spitzbergen hat etwa eine doppelt so große Fläche wie Belgien. Auf der Inselgruppe leben rund 22.000 Rentiere – das ist siebenmal so viel wie die Einwohnerzahl.

fmg/dpa/afp