Wetterexperte Manuel Kelemen hat die extreme Hitze der vergangenen Tage im österreichischen Privatfernsehen als „meteorologischen Irrsinn“ bezeichnet. „Das nennt man Klimakrise“, erklärte Kelemen vor einer Wetterkarte und forderte eindringlich: „Es wird Zeit, dass wir handeln!“ Ein Clip dieser Aussagen ging viral. Die Folge: Der Meteorologe erhält zwar viel Zuspruch – er wird auf Social Media aber auch mit hämischem Spott und Hass überzogen.

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„‚Klimanazi‘ ist ein Begriff, der zum Beispiel gefallen ist“, schildert der TV-Wetterfrosch in einem Reel auf einem Instagram-Account des Senders Puls24. „Auch nicht jugendfreie Botschaften haben mich da über Nacht recht zahlreich erreicht.“ Kelemen schwankt hörbar zwischen Fassungslosigkeit und Wut, wenn er über Kommentare spricht, die gegenwärtige Hitzerekorde und „Waldbrände historischen Ausmaßes“ als „ganz normalen Sommer“ abtun.

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Meteorologe Kelemen: „Leute, lebt ihr auf dem Mond?“

„Ich möchte kurz zusammenfassen“, fährt der TV-Meteorologe fort und erinnert daran, dass nach Angaben des Robert Koch-Instituts allein Ende Juni aufgrund der extremen Hitze in Deutschland fast 10.000 Menschen gestorben sind. Für Österreich meldete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit rund 400 Hitztote.

„Unsere Feuerwehrmänner und -frauen kämpfen Tag für Tag gegen Waldbrände historischen Ausmaßes“, so Kelemen weiter. Gletscher erleben einen „historischen Aderlass“ und viele Landwirte stehen vor einem wirtschaftlichen Ruin. „Und dann trudeln da Kommentare ein, wo ich mir denke: Leute, lebt ihr auf dem Mond? Oder wollt ihr einfach nur provozieren? Was soll das?“

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Wissenschaft hat keine Zweifel am menschengemachten Klimawandel

In einem anderen Reel auf Instagram reagiert der Wetterexperte auf konkrete Kommentare, die seine Analyse anzweifeln. Ein Beispiel: „Unglaublich, im Sommer ist es heiß ... wie konnte das nur passieren? Womöglich gibt es im Winter auch noch Schnee, wir werden alle sterben.“ Kelemen dazu: „Bei allem nötigen Respekt, aber: Leute, europaweit sterben Menschen.“ Solche Aussagen gingen gar nicht.

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Die Reaktionen auf Social Media passen zu den Funden einer Studie der Europa-Universität Flensburg. Wie der NDR berichtete, zeigten die Forschenden, dass zwischen 2022 und 2023 mehr als die Hälfte der rund 3000 Befragten am menschengemachten Klimawandel zweifeln. Klimaexperten widersprechen dieser Annahme: In der Wissenschaft herrscht Konsens darüber, dass die Menschheit für die gegenwärtigen Veränderungen des Klimas verantwortlich ist.

fmg