Während extreme Wetterereignisse wie die derzeitige Dürre für normale Menschen zur Belastung werden, können sie für Archäologen zum Glücksfall werden. So hat der niedrige Wasserstand in der Donau am letzten Mittwoch die tausende Jahre alten Knochen eines Mammuts freigelegt. Bei dem bulgarischen Donaudorf Rjachowo, unweit von Russe, wurden die ungewöhnlichen Knochen auf dem Flussboden von einem Anwohner entdeckt, wie das Bulgarische Nationale Fernsehen BNT berichtete.

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Das Regionale Geschichtsmuseum der Donaustadt Russe bestätigte, bei dem Fund handele es sich um einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und eine Rippe eines Mammuts. Die Experten müssen jetzt den Fund analysieren, um die genaue Herkunft und das Alter des Mammuts festzustellen, heißt es vom Museum. „Die Reste müssen hier erst einmal trocknen“, sagt Museumssprecherin Silvia Kostadinowa der Deutschen Presse-Agentur in Sofia. Erst dann können sie konserviert werden.
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Mammutreste in der Donau stammen aus der Eiszeit
Die Knochenteile hätten „sehr wahrscheinlich“ einem Mammut der Eiszeit gehört, sagte der Direktor des Geschichtsmuseums, Nikolay Nenow, am Donnerstag der AFP. Nenow geht davon aus, dass das Tier zu seinem Todeszeitpunkt noch jung war. Die dunkle Farbe der Knochen deute darauf hin, dass das junge Mammut viel Zeit in sumpfigem Gelände verbracht habe, erklärte der Museumsdirektor.
Die Knochen seien gut erhalten. Anders als andere Mammutüberreste seien sie zudem an ein und derselben Stelle gefunden worden. Es sei also davon auszugehen, dass sie zu einem einzigen Tier gehörten, sagte Nenow. Ein Anwohner des Dorfes Ryahowo hatte die Knochen am Mittwoch zufällig entdeckt, bevor sie am Donnerstag ins Museum gebracht wurden.
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Mammut
Die Donau hat wegen fehlender Niederschläge und aufeinanderfolgender Hitzewellen seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände erreicht. In Rumänien wurden wegen der niedrigen Pegelstände und des deshalb fehlenden Kühlwassers zwei Atomreaktoren vom Netz genommen. Für die Region Russe sind Überreste prähistorischer Tiere keine Seltenheit. Im Museum der Stadt sind mehrere frühere Funde ausgestellt sowie ein Modell eines Mammuts in Echtgröße.
Mammuts gehörten über Hunderttausende Jahre zur Tierwelt Europas. Besonders verbreitet war das Wollhaarmammut, das sich während der Eiszeiten an das kalte Klima anpasste und weite Teile Europas besiedelte. Es lebte dort bereits vor etwa 400.000 Jahren und überdauerte mehrere Kaltzeiten. Während der letzten Eiszeit bewegten sich Mammuts vor allem in den offenen, trockenen Steppenlandschaften Nord- und Mitteleuropas. Erst gegen Ende der letzten Eiszeit verschwanden sie aus dem größten Teil Europas, bis sie schließlich vor rund 12.000 Jahren komplett ausstarben.
adp/os/dpa






