Das Meer wirkt ruhig, die Strände sind voll – doch unter der Oberfläche wächst eine Gefahr, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. Die Mikroalge Ostreopsis ovata sorgt derzeit an mehreren italienischen Küsten für Alarm. Von der Toskana bis Apulien melden Behörden erhöhte Konzentrationen, Warnhinweise und in einzelnen Gebieten Einschränkungen für Badegäste.

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Die tropischstämmige Alge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend im Mittelmeer ausgebreitet. Experten sehen einen Zusammenhang mit den steigenden Wassertemperaturen infolge des Klimawandels: Warme, ruhige und sonnige Bedingungen bieten der Ostreopsis ovata ideale Voraussetzungen für eine starke Vermehrung. Nicht die Alge selbst ist das Problem, sondern ihre Giftstoffe. Die Ostreopsis ovata kann toxinähnliche Substanzen bilden, die Meeresorganismen schädigen und bei Menschen gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Besonders nach starkem Wellengang können die Stoffe über Meer-Aerosole in die Luft gelangen.

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Warnung in Italien: Giftige Algen können „Algenfieber“ auslösen

Mögliche Folgen sind Atemwegsreizungen, Husten, Hautprobleme oder Bindehautentzündungen. Häufig tritt auch Fieber auf – die „Algenfieber“ genannte Reaktion führt bei den Betroffenen meist zu einem Temperaturanstieg auf 37 bis 38 Grad Celsius. Weitere mögliche Beschwerden sind Übelkeit oder Erbrechen.

In der Regel sind die gesundheitlichen Probleme nur vorübergehend und klingen größtenteils innerhalb von 24 bis 48 Stunden wieder ab. Die Behörden raten aber dennoch bei stark bewegter See zu erhöhter Vorsicht. Fachleute empfehlen bei bestätigten Algenblüten, Aufenthalte direkt an felsigen Küsten während starker Brandung zu vermeiden.

Doch nicht nur für den Menschen, auch für das marine Ökosystem ist die Alge problematisch. Die von ihr produzierten Toxine können unter anderem Seeigel, Seesterne und andere Meerestiere beeinträchtigen. Deshalb sollten Urlauber beim Verzehr von Meeresfrüchten vorsichtig sein. Die Ausbreitung der Ostreopsis ovata reiht sich ein in mehrere Veränderungen der italienischen Meeresökosysteme. Neben der Giftalge werden auch andere Arten beobachtet, darunter invasive Algen, die Lebensräume im Mittelmeer verändern können. Für Badegäste bedeutet das vor allem: Warnhinweise der Umweltbehörden beachten, bei ungewöhnlichen Wasserverfärbungen oder starkem Wellengang vorsichtig sein.

Ostreopsis ovata
Die Alge Ostreopsis ovata kann dank der toxinähnlichen Substanzen gesundheitliche Beschwerden auslösen.© wikimedia | Cybergerac

Gefahr für Badegäste: Tourist durch Fischbiss am Bein verletzt

Nicht nur Algen, sondern auch Fische können für Badende in Italien gefährlich werden. Innerhalb weniger Tage wurden an der Küste der Badeortschaft Palinuro in der süditalienischen Region Kampanien zwei Badegäste von Fischen gebissen. Die Angriffe verliefen zwar nicht lebensbedrohlich, sorgten aber unter den Strandbesuchern für Verunsicherung. Ein 76-jähriger Tourist wurde an einem Bein verletzt. Nach dem Verlassen des Wassers blutete die Wunde stark. Rettungsschwimmer leisteten sofort Erste Hilfe, stoppten die Blutung und stabilisierten den Mann, bis medizinisches Personal eintraf. Sein Zustand wurde als nicht schwerwiegend eingestuft.

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Nur wenige Tage zuvor war es bereits in Pioppi in derselben Region zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Auch dort wurde ein Badegast im Wasser von einem Fisch gebissen und musste medizinisch versorgt werden. Welche Fischart für die Verletzungen verantwortlich ist, steht bislang nicht eindeutig fest. Experten vermuten im Mittelmeer lebende Arten wie den Drückerfisch, der bei Bedrohung oder unbeabsichtigter Annäherung mit Bissen reagieren kann. Ein solches Verhalten gilt als Verteidigungsreaktion.

Fachleute betonen, dass derartige Vorfälle äußerst selten vorkämen und kein Grund für allgemeine Panik sein würden. Badegäste sollten dennoch Abstand zu Meerestieren halten, Fische nicht verfolgen oder anfassen und bei Verletzungen im Wasser möglichst schnell an Land gehen. Anschließend sollte die Wunde medizinisch kontrolliert werden, um Infektionen zu vermeiden.