Was bleibt von Jonathan G. und seinen abenteuerlichen Geschichten? Vom Decknamen Nils Holgersson? Von seinem Kampf mit dem dänischen Polizeihund, mit dem er sich offenbar versöhnt und gemeinsam aus einer Pfütze im Wald des deutsch-dänischen Grenzgebietes getrunken hat? Sein Nachname fängt mit G. an (wie der Name seines Vaters, der auch im Gerichtssaal saß) und nicht mit C., wie alle immer dachten. Das C kam noch vom Großvater Jonathans. Er selbst ist eine familiäre schwedisch-israelische Koproduktion. Ex-Model und Reality-Show-Teilnehmer.

Es könnte eine Geschichte sein wie die von Pippi Langstrumpfs Seebär-Vater Efraim. Dazu ein bisschen Nils Holgersson (der mit den Wildgänsen) und Karlsson (der vom Dach). Allerdings steht es um Jonathan G. (35) und eine mutmaßliche Entführungs-Auftraggeberin Christina Block (53) ernster, als die Astrid-Lindgren-Folklore in dieser Zeugen-Episode rund um den Block-Prozess glauben machen mag.

Christina Block: Die Angeklagte wird durch die israelischen Zeugen belastet

Denn Jonathan G. in seiner mal flockigen, mal vergesslichen, mal scheinbar naiven Art beschuldigte die Angeklagte Block, ohne es bewusst zu tun, an einem Vorbereitungstreffen der Entführung teilgenommen zu haben. Sie bestreitet das und weist die Vorwürfe im Sinne der Anklage zurück. Auch wenn offenbar alle aus dem israelischen Kommando so ihre Probleme mit den Versprechungen von „Mastermind“ David B. haben und hatten: Die bisherigen Aussagen sind eindeutig, was Blocks Teilnahme an einem Treffen betrifft. Wann auch immer, wie auch immer.