Die Co-Chefin eines Kidnapper-Teams? Nein. Das kann nicht sein. Wenn man Keren T. bei ihrem Zeugenauftritt im Landgericht Hamburg beobachtet, sieht man eine kleine, augenscheinlich resolute Frau Anfang 50, die angefasst wirkt, wenn sie über die verfahrene Situation von Christina Block und den Kindern in Dänemark spricht. Da fließen mal Tränen. Ihr Auftreten ist durchdacht: lockere Bluse, schlanke Hose, Brille, Schuhe mit klackernden Absätzen – als Managerin in einem Start-up (ihre Worte) soll ihr keiner etwas vormachen.
Und doch soll sie, sollen die Mitglieder im Team um David B. und Keren T., die Geschichte geglaubt haben, dass es legal sei, zwei Kinder eines geschiedenen Paares aus Dänemark nach Hamburg zu „holen“. Maskiert und indem man den Vater Stephan Hensel niederringt und in Schach hält. Keren T. verwies vor Richterin Isabel Hildebrandt auf die mutmaßlichen Erklärungen des mitangeklagten Block-Familienanwalts C. und von ihrer ehemaligen Vertrauten Christina Block. Sie belastete beide – und wollte sich selbst so von Vorwürfen einer schweren Straftat reinwaschen.
Christina Block: Die Israelis nannten sie „Marienkäfer“ oder „Lady C“
Am Mittwoch (Prozesstag 51 seit dem 11. Juli 2025) erzählte Keren T. auf Nachfrage von Richterin Hildebrandt, dass Christina Block in der internen Kommunikation des israelischen Kommandos „Ladybug“ genannt wurde, „Marienkäfer“ auf Deutsch, oder auch „Lady C“. Wieder ging es um den Plan Golden Eyes #5, den ihr Kompagnon David B. ersonnen haben soll, um die Kinder mit einer Hauruckaktion aus Dänemark zu „befreien“. Doch dieser Teil der Befragung endete im Nichts.


