Inside Kidnapping: Vermutlich nie hat man in Deutschland einen so tiefen Einblick in eine international agierende mutmaßliche Entführer-Truppe bekommen wie im Prozess vor dem Landgericht Hamburg, in dem das gewaltsame Verschleppen der beiden Kinder Klara und Theo Hensel angeklagt ist. Und das Ausspähen, Niederringen, Niederschlagen, Misshandeln ihres Vaters Stephan Hensel, Ex-Mann von Christina Block.
Auch wenn dieses israelische Kommando „Bring Kids Home“ da oder dort dilettantisch wirkte und seine Teammitglieder bis auf den in U-Haft sitzenden Tal S. nur als Zeugen aussagten – so blickt man doch in die Abgründe einer grau schattierten Sicherheitsbranche, für die Gesetzesübertritte lockere Schritte sind. Und alles anscheinend getriggert von den Hunderttausenden Euro, die bei mutmaßlichen Auftraggebern locker sitzen.
Christina Block vor Gericht: Was bringen die Aussagen von David B. und Keren T.?
Die Schreie der Kinder auf den Aufnahmen vom Notfallknopf, ihre Erstickungsangst im Fluchtauto, die Spionage und Szenarien der Firma Cyber Cupula haben nur scheinbar so wenig mit den geständigen David B. (68) und Keren T. (51) und ihren durchchoreografierten Aussagen im Saal 237 zu tun. Das Mastermind und seine rechte Hand „Olga“ ließen sich erst zu einer Aussage in Hamburg bewegen, als ihre Helferlein das schon signalisierten. Die Bauern auf dem Schachbrett, die Fahrer der Fluchtautos Said B. und Thach K., hatten gemerkt, in was sie da hineingeraten waren. Und was ihnen alles vorgegaukelt worden war.


