Die Richterin droht. Ein Anwalt nervt. Und das sagt er selbst. Telefone werden abgehört. Zig Datensätze aus Handys, Tablets und Laptops liegen als IT-Asservate in den Akten. Darunter sind intime Nachrichten, Kanzlei-Geheimnisse eines Anwalts und ein privates App-Tagebuch.

Der Prozess um Kindesentführung gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf weitere Mitangeklagte ist bis Ende Juni 2026 verlängert worden, weil so viel auf den Tisch kommt, dass das Landgericht Hamburg unter der Last dieses Verfahrens ernsthaft leidet. Und am Horizont kündigen sich die brisanten Zeuginnen und Zeugen an: die Block-Töchter Klara und vielleicht Greta, Vater Eugen Block.

Christina Blocks Kinder auf Aufnahme des Notfallknopfs zu hören

Am Mittwoch wurde erstmals eine spezielle „Hörprobe“ im Saal 237 zum Besten gegeben. Es war eine Aufzeichnung vom Notrufknopf, den Block-Sohn Theo in der Entführungsnacht bei sich trug. Darauf sind hechelnde Atemgeräusche zu hören. Offenbar spricht ein Junge. Er atmet schwer und scheint sich körperlich anzustrengen. Dann weint er während eines unverständlichen Dialogs mit einem Mann. Geräusche eines beschleunigenden Autos sind im Hintergrund zu hören.