Ein amerikanischer Arzt, der sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebolavirus infiziert hat, wird in der Sonderisolierstation der Berliner Charité behandelt. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte seine Aufnahme auf Bitten der US-Behörden. Auch seine Frau und seine vier Kinder sollen nach Berlin gebracht werden. Sie gelten als Kontaktpersonen und seien zuletzt symptomfrei gewesen und negativ getestet worden, hieß es aus dem Ministerium. Sie sollen zunächst mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland und dann in Berlin mit einem besonders ausgestatteten Infektions-Rettungswagen zum Klinikbereich gebracht werden.

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Bei dem Patienten handelt es sich um Peter Stafford, Chirurg am Nyankunde-Hospital in einer abgelegenen Region des Kongo. Er arbeitete dort für die US-Hilfsorganisation Serge Global, die medizinische Versorgung mit christlicher Glaubensmission verbindet. In einem speziell isolierten Fahrzeug kam er nachts in der Charité in Berlin an.

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Die Infizierung soll laut Serge Global bei einer Operation stattgefunden haben: Stafford behandelte einen Patienten, der kurz darauf verstarb und vermutlich bereits an Ebola erkrankt war, ohne dass dies erkannt wurde. Stafford entwickelte Fieber und Schwäche – einen Tag später fiel der Test auf die seltene Bundibugyo-Variante des Virus positiv aus. Für die Variante gibt es keinen Impfstoff. Die Sterblichkeitsrate liegt mit etwa 34 Prozent allerdings niedriger, als bei der bekannten Zaire-Variante mit 90 Prozent.

„Wir hoffen, dass er es übersteht, aber Ebola ist eine beängstigende Sache“, sagte Matt Allison, Vorsitzender von Serge Global, gegenüber der „Washington Post“. Auf der Website der Organisation heißt es weiter: „Unsere Gedanken sind bei der Familie Stafford und den Gemeinden im Kongo, die von diesem Ausbruch betroffen sind.“

Ehefrau ist ebenfalls Ärztin: Familie nach Ebola-Infektion isoliert

Auch Staffords Ehefrau Rebekah, ebenfalls Ärztin bei Serge Global, ist betroffen. Durch eine Ultraschalluntersuchung einer Schwangeren soll sie mit dem Virus in Kontakt gekommen sein. Die Patientin verstarb. Rebekah isolierte sich zunächst zusammen mit den vier gemeinsamen Kindern des Paares im Kongo. Stand 19. Mai zeigten sie laut Serge Global zunächst keine Symptome. Laut der Organisation seien sie allerdings an einen nicht genannten Ort verlegt worden, an dem die medizinische Versorgung besser gewährleistet werden könne. Serge-Global-Vorsitzender Allison würdigte die „außergewöhnliche Hilfsbereitschaft und Mut“ der Staffords.

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Dass Peter Stafford nun in Deutschland behandelt wird, hat mit der kürzeren Flugdauer aus Zentralafrika sowie der Erfahrung deutscher Mediziner mit hochinfektiösen Erkrankungen zu tun. Die Charité verfügt, laut eigenen Angaben, über „hoch spezialisierte Infrastruktur für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hoch ansteckenden, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten“.