Unter den acht von einem Autoraser im Zentrum der norditalienischen Stadt Modena verletzten Menschen befindet sich auch eine deutsche Touristin. Das sagte der Bürgermeister der Stadt, Massimo Mezzetti, am Samstagabend. Die Deutsche zähle wie eine Person aus Polen zu den insgesamt vier schwer verletzten Menschen, sagte Mezzetti weiter.

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Am Samstag war in Modena der Mann mit marokkanischen Wurzeln mit einem Citroën C3 in eine Gruppe von Fußgängern gerast. In der Altstadt fuhr der 31 Jahre alte Mann mit hoher Geschwindigkeit auf den Fußgängerweg und erfasste die Passanten. Er versuchte danach zu fliehen und verließ das Auto mit einem Messer in der Hand, wie mehrere Augenzeugen berichteten. Passanten verfolgten den Mann und konnten ihn wenig später überwältigen.
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„Wir haben das Auto kommen sehen, es steuerte direkt auf den Gehweg zu. Plötzlich beschleunigte es stark. Es fuhr mindestens 100 Kilometer pro Stunde, wir sahen, wie Menschen durch die Luft geschleudert wurden“, berichtete ein Zeuge. Ein weiterer Mann, der sich genau an der Stelle befand, an der das Auto in die Menschengruppe fuhr, sagte gegenüber lokalen Medien, er habe sich nur retten können, weil er sich im letzten Moment in ein Geschäft flüchtete.
„Dann gelang es jemandem, die Fahrertür von außen zu öffnen. Der Fahrer stieß ihn weg und rannte davon“, schilderte der Mann. „Drei Personen nahmen die Verfolgung auf. Der Fahrer zog ein Messer und stach zu. Eine der verfolgenden Personen wurde nur knapp verfehlt. Glücklicherweise traf kurz darauf die Polizei von der anderen Straßenseite ein und nahm ihn fest“, erzählte der Zeuge.

Die Bilanz der Tat ist dramatisch: Die Verletzten sind fünf Frauen und drei Männer. Im Krankenhaus „Baggiovara“ in Modena werden zwei Frauen im Alter von 53 und 69 Jahren mit schweren Verletzungen behandelt. Die schwerste Verletzung weist laut den Behörden eine 55-Jährige auf, die im Krankenhaus Maggiore in Bologna behandelt wird. Ihr wurden beide Beine amputiert. Ebenfalls auf der Intensivstation liegt ein 52-Jähriger. Sein Zustand sei ernst, aber weniger besorgniserregend als zunächst angenommen. Drei weitere Verletzte – eine 27-Jährige, eine 71-Jährige und ein 47-Jähriger – werden in der Poliklinik von Modena mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen behandelt.
Italien: Meloni verurteilt Angriff und dankt Helfern sowie Polizei
Die Wohnung des Fahrers wurde durchsucht. Hinweise darauf, dass er unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, gebe es derzeit nicht, berichteten die Behörden. Ersten Angaben zufolge soll er keine Verbindungen zu fundamentalistischen Kreisen haben, er gelte jedoch als psychisch instabil, hieß es.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni drückte den Verletzten ihre Anteilnahme aus. „Was heute in Modena geschehen ist, ist äußerst schwerwiegend“, schrieb Meloni in sozialen Netzwerken. Sie sprach den Verletzten und deren Familien ihre Nähe aus und dankte zugleich den Bürgern, die „mutig eingegriffen haben, um den Verantwortlichen zu stoppen“, sowie den Sicherheitskräften für ihren Einsatz.
Meloni erklärte zudem, sie habe mit dem Bürgermeister von Modena, Massimo Mezzetti, telefoniert und stehe in ständigem Kontakt mit den Behörden, um die Entwicklung der Lage zu verfolgen. Sie äußerte die Erwartung, dass der Täter „vollumfänglich für seine Taten zur Verantwortung gezogen“ werde.
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Präsident Sergio Mattarella erkundigte sich beim Bürgermeister über die Situation der Verletzten. Er drückte der Stadt Modena seine Nähe aus und dankte den „mutigen Bürgern“, die den Täter gefasst haben. Andere Länder kondolierten Italien wegen der Tat. „Ich bin erschüttert über den feigen Anschlag in Modena, bei dem Zivilisten angefahren und mit Messern angegriffen wurden“, schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar auf X. „Ich möchte der italienischen Regierung und den Familien der Opfer in diesem schwierigen Moment meine Solidarität ausdrücken und allen Betroffenen dieses schrecklichen Ereignisses eine schnelle Genesung wünschen“, fügte er hinzu.
Die Tat erinnert an frühere Vorfälle in Deutschland und Frankreich. Der jüngste Fall ereignete sich am 4. Mai in Leipzig mit zwei Toten und mehr als 20 Verletzten. Zu den schwerwiegendsten Anschlägen zählen die Attacke von Nizza im Jahr 2016 mit 86 Todesopfern sowie der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem ein Lastwagen in die Menschenmenge fuhr und 13 Menschen starben. Hinzu kommen weitere Fälle in Europa, darunter die Anschläge von 2017 in Barcelona und London.






