Verhandlungstag 49 im Entführungs-Prozess gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte: Wieder sagte ein privater Ermittler aus, der im Auftrag der Familie Block die Lebensumstände der Familie ihres Ex-Mannes Stephan Hensel und seiner neuen Frau Astrid Have in Dänemark auskundschaften sollte. Nach Aussagen verschiedener Zeugen und von Christina Block waren über einen längeren Zeitraum mehrere Firmen beauftragt worden, sich für die Familie Block nach den Kindern zu erkundigen, die im Sommer 2021 nach einem Besuch beim Vater nicht nach Hamburg zurückkehrten.

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Der Privatdetektiv D. sagte über eine frühere mutmaßliche Rückholaktion im November 2022 aus. D. sagte, ihm sei ein „spannender Auftrag“ angekündigt worden. Die Firma System 360 habe ihn angeheuert, ein Unternehmen des ehemaligen BND-Chefs August Hanning. „Jawoll, da mache ich mit“, erklärte D. zu der Anfrage. Es sollte um eine Observation von Stephan Hensel und den Kindern in Dänemark gehen. 1000 Euro pro Tag sollte er erhalten. Am Ende arbeitete er eine Stunde vor Ort, war aber drei Tage beschäftigt, inklusive eines Tages in Haft.

Christina Block: Private Ausspähaktion im November 2022 aufgeflogen

Diese Aktion in Dänemark ist von der Polizei vor Ort gestoppt worden. Die privaten Ermittler kamen vorläufig ins Gefängnis. Die Beamten hätten dem Team vorgeworfen, die Kinder entführen zu wollen. D. erzählte, ihm sei zuvor in groben Zügen der Sorgerechtsstreit Block/Hensel erklärt worden. An Namen und Alter der betreffenden Kinder Klara und Theo konnte er sich nur teilweise erinnern. Er hatte aber offensichtlich Unterlagen gesehen, die zeigten, dass Christina Block das Sorgerecht habe.

„Für mich war es für den Observationsauftrag ausreichend, weil ich überzeugt war, dass Frau Block ein Rechtsinteresse hat, die Kinder wiederzubekommen.“ D. sollte die Kinder ausfindig machen. Er sollte den Tagesablauf eruieren und schauen, „wann Zeiträume bestehen, in denen der Vater nicht bei den Kindern ist“. Wofür, fragte Richterin Isabel Hildebrandt. „Damit Frau Block mit den Kindern reden kann.“

Gescheiterte Aktion: Familie Block in Dänemark

Israeli Said B. belastet Christina Block - Prozesstage 46 und 47

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    Offenbar waren mehrere Mitglieder der Familie Block mit im November 2022 in Dänemark. Christina Block soll dabei gewesen, einer ihrer Brüder und die mittlerweile verstorbene Christa Block. Die Richterin fragte nach der Großmutter der Kinder. D. sagte: „Ich habe keine Oma gesehen.“ Mit der mutmaßlichen Auftraggeberin Christina Block habe er nichtgeredet. „Es ist nicht üblich, dass ich als kleiner Detektiv mit einer Millionärin rede.“

    Zu seiner Ausrüstung sagte er, er habe Laptop, Kamera und Walkie-Talkie dabeigehabt. Auf den Vorhalt, er habe einen Dolch mit einer Klingenlänge von 12,5 Zentimetern gehabt, sagte er: „Das war ein Klappmesser, damit habe ich mein Baguette geschnitten.“ An der ganzen Aktion sei ihm etwas „nicht koscher“ vorgekommen: „Dass wir so schnell aufgeflogen sind. Also, ich habe ja einen Ruf zu verlieren.“

    Warum so viele private Ermittler? „Weil die Frau Block einfach viel Geld hat“

    Bei dem Zeugen blieb offen, ob die Aktion in Dänemark nicht doch eine geplante Rückholung war. Bei der dänischen Polizei soll er ausgesagt haben, dass es schon darum gegangen sein, in einem geeigneten Moment die Kinder Klara und Theo in eines der vielen Autos zu verfrachten, die aus Deutschland dabei waren. Gewaltsam sollte nach D.s Worten aber nichts getan werden. „Das war für uns eine rote Linie.“

    Und warum waren damals in Dänemark so viele Leute dabei? Der Zeuge hatte eine einfache Erklärung: „Weil die Frau Block einfach viel Geld hat.“

    Der Nebenklägeranwalt Christoph Henckel glaubte dem Zeugen nicht, dass es nur um eine Observation ging. Das sei eine geplante Entführung gewesen. Schon die Mannschaftsstärke der private Ermittler zeige das. Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott wertete das gegensätzlich. Dass seine Mandantin damals dabei war, zudem ein Psychologe, zeige ja: Es sei um eine „kindeswohlsensible“ Annäherung an die Kinder gegangen.

    Und es sei angeklungen, dass die Firma System 360 schon „etwas verkaufen wollte“. Schließlich sei Frau Block eine wohlhabende Auftraggeberin.

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    Zuletzt hatten die bisherigen Aussagen der Israelis für Aufregung im Block-Prozess gesorgt, die eingestanden hatten, an einer „Rückholaktion“ der Kinder in der Neujahrsnacht 2024 beteiligt gewesen zu sein. Sie seien aber von einer legalen Operation mit Wissen der deutschen Behörden ausgegangen. Alle hatten im Prinzip Christina Block dahingehend belastet, an einem Vorbereitungstreffen kurz zuvor im Hotel Grand Elysée teilgenommen zu haben. Ihr Verteidiger Ingo Bott hatte das mit Blick auf Widersprüche in den Aussagen zurückgewiesen.

    Der Anwalt von Nebenkläger Hensel sagte jedoch: Die Aussagen der Israelis hätten umso mehr gezeigt, dass Klara und Theo traumatisiert worden seien. Mit Spannung wird der Zeugenauftritt der Entführer-Co-Chefin Keren T. erwartet. Sie soll an einem der nächsten Verhandlungstage nach Hamburg kommen.

    Am 20. Mai wird der Prozess fortgesetzt.