Am Sonntag demonstrierten am Brandenburger Tor in Berlin tausende Menschen gegen sexualisierte digitale Gewalt und solidarisierten sich mit der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes, die vor einigen Tagen schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hatte. Fernandes hatte auf Mallorca wegen mutmaßlicher Vortäuschung einer Identität, Verletzung von Geheimnissen, Beleidigung mit öffentlicher Verbreitung, fortgesetzter Misshandlung und schwerer Bedrohung Anzeige erstattet. Das bestätigte das Oberste Gericht der Baleareninsel unserer Redaktion.

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Am Donnerstag wollen nun auch auf dem Hamburger Rathausmarkt Menschen auf die Straße gehen, um gegen Gewalt gegen Frauen zu protestieren und ihre Solidarität mit Fernandes zu bekunden. Die Veranstaltung soll um 17.30 Uhr beginnen. Als Rednerinnen sind unter anderem die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sowie die Autorin Alexandra Zykunov angekündigt. Ursprünglich wollte auch Collien Fernandes selbst in Hamburg dabei sein. Doch daraus wird vermutlich nichts.

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Collien Fernandes berichtet auf Instagram von Morddrohungen gegen sie

In einem Post bei Instagram teilte sie am Mittwoch mit, dass sie Morddrohungen erhalten habe. „Eigentlich plante ich, dort hinzugehen, dort zu sprechen. Mittlerweile gibt es aber ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich“, schrieb sie auf Instagram. Und weiter: „Ist das Eure Art, liebe Frauenhasser, damit umzugehen? Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – man so mundtot gemacht wird?“

Am Sonntag demonstrierten in Berlin nach Polizeiangaben 6700 Menschen gegen digitale sexuelle Gewalt.
Am Sonntag demonstrierten in Berlin nach Polizeiangaben 6700 Menschen gegen digitale sexuelle Gewalt.© AFP | John Macdougall

Noch ist unklar, ob auch in Hamburg zumindest ein Statement von Fernandes verlesen wird. Bei der Demo in Berlin hatte es ein solches gegeben. „Ich freue mich über jeden, der für dieses wichtige Thema auf die Straße geht, um so für eine politische und gesellschaftliche Veränderung zu sorgen“, ließ Fernandes in Berlin erklären. „Danke für die Solidarität, die mich in dieser schweren Zeit trägt!“

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Christian Ulmen schweigt zu den Vorwürfen

Derzeit führt in Spanien eine Abteilung für Gewalt gegen Frauen die Ermittlungen. Diese befinden sich laut Gericht in einem „frühen und vertraulichen Stadium“. Ob und in welchem Umfang die Staatsanwaltschaft dann gegen Ulmen ermittelt, ob es eine Anklage gibt, ist bislang nicht klar. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Ulmen schweigt zu den Vorwürfen. Sein Anwalt, Christian Schertz, hält die Berichterstattung über den Fall für „rechtswidrig“. Es handele sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“, teilte Schertz in einem Schreiben vom 19. März mit.