Es ist das Thema, über das Deutschland gerade redet. Es geht um falsche digitale Gewalt, Identitätsdiebstahl und Fake-Profile von Prominenten, in deren Namen zum Beispiel gefälschte Nacktbilder oder obszöne Nachrichten verschickt werden. Auch die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes ist Opfer dieser kriminellen Machenschaften geworden, wie sie bereits vor knapp zwei Jahren in einer zweiteiligen ZDF-Doku und am vergangenen Freitag, 13. März, in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ eingestand.

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Sichtlich aufgewühlt und teilweise mit zitternder Stimme sprach die 44-Jährige darüber, was ihr mutmaßlich widerfahren ist. „Ich war mit jemandem essen, der mir eine vermeintliche Konversation mit mir gezeigt hat. Darüber habe ich erst mitbekommen, dass sich jemand seit Jahren über Social Media unter meinem Namen angemeldet hat.“ Da sie lange nicht auf Social Media gewesen sei, habe sie von dem Identitätsklau zunächst nichts mitbekommen, so Fernandes.

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Collien Fernandes: Fake-Profile waren „wahnsinnig glaubwürdig“

„Es wurde dann immer flirtiver und ging in Telefonsex über. Es wurden Nacktfotos verschickt und Videos, die zeigen sollen, wie ich mich beim Sex gefilmt habe. Diese Konversationen gab es offenbar mit mehreren Männern.“ Die Personen seien aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld gewesen, erklärte Fernandes weiter. „Als ich das dann gesehen habe, war das total heftig für mich und ich habe insgesamt ein bisschen mehr darüber mitbekommen (…) weil diese Profile schon wahnsinnig glaubwürdig waren. Das macht es noch mal schlimmer, wenn das so inszeniert ist, dass man das glaubt.“

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Moderatorin Rebecca Mir, die ebenfalls in der Sendung zu Gast war, stellte schließlich die entscheidende Frage. „Hast du herausgefunden, wer das war?“ Fernandes musste sichtlich kämpfen, seufzte und sagte dann auf die Nachfrage, ob sie juristische Schritte eingeleitet habe: „Ist ein schwieriges Thema gerade.“

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Eine knappe Woche später machte Fernandes dann schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen öffentlich: Er habe über lange Zeit Fake-Profile von ihr erstellt, um damit Männer zu kontaktieren, in ihrem Namen gefälschte Nacktfotos zu verschicken und sich unter anderem zu Telefonsex zu verabreden. In einem Instagram-Post der „Traumschiff“-Darstellerin ist die Rede von digitaler, sexualisierter Gewalt und Identitätsmissbrauch. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Ulmen ließ die Vorwürfe über seinen Anwalt Christian Schertz bestreiten und drohte mit rechtlichen Schritten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels wurde ein falscher Zusammenhang zwischen Deepfake-Pornos und der Anzeige gegen Christian Ulmen suggeriert. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.

fmg