Ende Oktober hatte sie noch eine Falschmeldung über ihren Tod dementiert. „Ich weiß nicht, wer der Idiot ist, der diese ‚Fake News‘ über mein Ableben in die Welt gesetzt hat“, schrieb sie da auf ihre gewohnt harsche Art auf ihrem Account bei X, „aber ihr solltet wissen, dass es mir gut geht und ich nicht vorhabe, Abschied zu nehmen.“ Zuvor hatte es Gerüchte um ihre Gesundheit gegeben. Um diese war es aber wohl doch nicht so gut bestellt. Denn jetzt ist der französische Filmstar im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez gestorben, wie Bardots Stiftung am 28. Dezember mitteilte. Frankreich trauert um einen seiner größten Stars. Aber auch um einen seiner schwierigsten.

Eigentlich gibt es im kollektiven Gedächtnis zwei Brigitte Bardots

Sie war eine Ikone. Ein Schönheitsideal. Und ein Aushängeschild Frankreichs. Als erste Persönlichkeit überhaupt durfte sie deshalb als Modell für die Büste der Marianne stehen, jene Skulptur, die als Symbol der französischen Republik die Rathäuser des Landes schmückt. Und sie war „BB“, wie ihre Landsleute sie schlicht nannten, nach ihren Initialen, was sich freilich auch wie „Bébé“ aussprach, also Baby. Eine Verniedlichung und Vereinnahmung, gegen die sich die Bardot dann vehement zur Wehr setzen sollte.

Eigentlich gibt es zwei Bardots im kollektiven Gedächtnis. Die eine ist der Filmstar mit der drallen Figur und dem blondierten Haar (das eigentlich kastanienbraun war), die den Männern den Kopf verdrehte, auf der Leinwand wie davor, in Filmen, die ihre Handlung schon im Titel trugen, wie „Das Gänseblümchen wird entblättert“, „... und immer lockt das Weib“ (beide 1956) oder „Mit den Waffen einer Frau“ (1958).