Sicherheitsschleuse am Eingang zum Strafjustizgebäude, Körperscanner hinter der Metalltür zu Saal 237, drei maskierte LKA-Bodyguards für den prominenten Zeugen: Und alle verharren im Gericht, bis David B. kommt, und dürfen nicht wieder raus, ehe er mit seiner Security-Entourage wieder abgedampft ist. Das sind die Umstände, unter denen der Israeli in Hamburg als Zeuge aussagt. An diesem Donnerstag hat er erneut Details über eine Beauftragung zur Kindesentführung von Klara und Theo in der Nacht auf Neujahr 2024 aus Dänemark ausgebreitet – und Christina Block, Eugen Block, den Familienanwalt C., Gerhard Delling und die anderen vier Angeklagten damit belastet.
Was ist dran an seiner Version der Entführungsnacht, der Vorgeschichte, überhaupt seiner Geschichte? Dass es möglicherweise Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Ex-Mossad-Agenten geben könnte, hat selbst Stephan Hensels Anwalt Philip von der Meden gemutmaßt. Doch auch er ist überzeugt, dass David B. „Licht ins Dunkel“ bringen wird. Heißt in von der Medens Fall: den Strahler auf Christina Block und den angeklagten Familienanwalt richten. Vieles von dem, was B. sagte, hält von der Meden auch im Hinblick auf die Akten für plausibel.
Christina Block vor Gericht in Hamburg: Dreht David B. den Prozess?
Am Donnerstag hob der Zeuge David B. hervor, wie die Situation um die Familie und die Kinder nach seiner Ansicht eskaliert sei. Im Herbst 2023 soll Christina Block ihm ihre Angst geschildert haben, dass die Kinder „einfach verschwinden“ könnten. Der Familienanwalt habe Druck gemacht. Nach B.s Eindruck sei es nur darum gegangen, die Kinder schnell nach Deutschland zu holen.


