Kurz vor Weihnachten sorgt eine Nachricht aus dem Süden Italiens für Gelächter – und endet trotzdem mit einem Polizeieinsatz. In Galatone, einer Kleinstadt im Salento in Apulien, soll sich ein 38-Jähriger ausgerechnet in der Weihnachtskrippe auf dem Hauptplatz versteckt haben. Wie die Zeitung „La Stampa“ berichtet, stellte er sich mitten in die Krippenszene und blieb reglos stehen – offenbar in der Hoffnung, zwischen Maria, Josef und den anderen Figuren werde ihn niemand bemerken.

Weihnachtskrippe in Galatone: Warum das Versteck zunächst funktionierte

Dass der Mann nicht sofort aufflog, hatte mit der Krippe selbst zu tun. Sie war von der Pro Loco aufgebaut worden – so heißen in vielen italienischen Orten lokale Vereine, die Feste, Dekorationen und Veranstaltungen für die Gemeinde organisieren. Die Krippe ist so gestaltet, dass Besucher die lebensgroßen Figuren aus nächster Nähe betrachten können. Genau das spielte dem Flüchtigen in die Hände: Wer vor einer Krippe steht, erwartet keine Überraschung.

Als Bürgermeister Flavio Filoni am Samstagmorgen vorbeikam, fiel ihm laut „La Stampa“ eine zusätzliche Gestalt auf. Zunächst hielt er sie für eine neue Idee der Organisatoren. „Aber sieh mal, was sich die Jungs dieses Jahr ausgedacht haben“, zitiert die Zeitung Filoni. Im ersten Moment habe er sogar an eine Botschaft der Integration gedacht – eine Figur, die zeigen soll, dass die Krippe in der Gegenwart angekommen ist.

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Filoni merkte den Irrtum erst, als die vermeintliche Figur plötzlich lebendig wurde. „Er sprach und bewegte sich“, erzählt der Bürgermeister – und damit war klar: In der Krippe stand keine neue Dekoration, sondern ein Mann, der sich als Teil der Szene tarnte.

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Zunächst versuchte Filoni, die Situation ruhig zu klären. „Es war nicht ganz klar, was er tat. Ich bat ihn, dort zu verschwinden“, zitiert ihn „La Stampa“. Doch der Mann habe sich zunächst geweigert und gesagt, er wolle in der Krippe schlafen. Spätestens da rief Filoni die Polizei.

Erst nach rund zwanzig Minuten, heißt es in dem Bericht weiter, ließ sich der Mann mithilfe der Beamten aus der Krippenszene entfernen. Vor Ort geht man davon aus, dass er mindestens eine Stunde dort ausgeharrt hatte – lange genug, dass der Bürgermeister sogar noch Zeit fand, ein Foto zu machen.

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Haftbefehl aus Bologna: Von der Krippe ins Gefängnis in Lecce

Bei der Überprüfung der Personalien bekam die Geschichte ein anderes Gewicht. Wie „La Stampa“ schreibt, stammte der Mann aus Ghana und wurde seit einigen Wochen per Haftbefehl gesucht. Es gehe unter anderem um Vorwürfe wie Widerstand gegen Polizeibeamte und schwere Körperverletzung. Er sei aus Bologna in den Süden geflohen.

Warum er ausgerechnet Galatone wählte – und dann auch noch einen der belebtesten Plätze der Stadt –, darüber rätselt Bürgermeister Filoni laut der Zeitung bis heute. Am Ausgang der Geschichte ändert das nichts: Das Versteck hielt nur kurz. Der Mann sitzt inzwischen in Lecce im Gefängnis; in Bologna war er zuvor zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.