Männer, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind, suchen in Deutschland immer häufiger Schutz und Beratung. Das zeigt eine neue Statistik der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM). 751 Männer haben demnach im Jahr 2024 eine Gewaltschutzeinrichtung kontaktiert. Gegenüber 2023 mit 533 Hilfesuchenden entspricht das einem Anstieg von 40,9 Prozent.

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Die BFKM teilte mit, dass nur 126 der betroffenen 751 Männer in Schutzeinrichtungen aufgenommen werden konnten. 256 von ihnen mussten aufgrund begrenzter Plätze abgewiesen werden. 134 nutzten lediglich das Beratungsangebot. Alle weiteren Männer entschieden sich nach der ersten Kontaktaufnahme gegen weitere Angebote oder konnten diese aus anderen Gründen nicht wahrnehmen.
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Nur sechs Bundesländer bieten Schutzeinrichtungen für Männer
In der Statistik wurden zwölf Schutzwohnungen speziell für Männer sowie drei geschlechtsunabhängige Einrichtungen berücksichtigt. Insgesamt bieten diese Unterkünfte Platz für 48 Personen und sind auf sechs Bundesländer verteilt: Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. In den übrigen zehn Bundesländern existieren hingegen keine Schutzangebote. Das sei eine Versorgungslücke, kritisiert die BFKM und fordert den Ausbau des Hilfssystems.
Die Männerschutzeinrichtungen der BFKM sind grundsätzlich für Aufenthalte von bis zu drei Monaten vorgesehen. Mehr als ein Drittel der befragten Bewohner blieb jedoch länger, da sie zusätzliche Unterstützung benötigten. Im Durchschnitt lebten die Betroffenen etwa zwei Jahre in einer gewalttätigen Beziehung, bevor sie sich dazu entschlossen, Hilfe zu suchen.
Hier finden Betroffene Hilfe
Das Männerhilfetelefon ist unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 123 99 00 zu erreichen. Opfer und Zeugen von häuslichen Gewalttaten können – bei Tag und Nacht – über den Notruf 110 Hilfe holen. Das Opfer-Telefon vom Weißen Ring ist unter 116 006 erreichbar.
Hilfe finden Betroffene auch im Internet auf der Seite des Opferschutzportals: www.opferschutzportal.nrw und auf der Seite der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz.
Die meisten Fälle von Häuslicher Gewalt in Partnerschaften
Von den 126 Männern, die eine Schutzwohnung bezogen, gab die Mehrheit an, mehr als eine Form der Gewalt erlebt zu haben. 88 Prozent haben nach eigenen Angaben psychische Gewalt erlebt. Rund 71 Prozent berichten von körperlicher und 30 Prozent von ökonomischer Gewalt. Knapp 70 Prozent der Männer erfuhren Gewalt durch ihre Ex- oder aktuellen Beziehungspartner.
Zudem zeigen Daten des Bundeskriminalamt aus dem vergangenen Jahr einen Höchststand häuslicher Gewaltfälle. Insgesamt waren 265.942 Menschen im vergangenen Jahr offiziell von häuslicher Gewalt betroffen. Etwa 79 Prozent der Opfer waren Frauen. Die Dunkelziffer sei allerdings deutlich höher, da nicht alle Fälle gemeldet werden.
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Im Februar verabschiedete der Bundesrat ein Gesetz, das den Schutz von Gewaltopfern verbessern soll. Dadurch werden die Bundesländer verpflichtet, ausreichend Schutz- und Beratungsangebote für Frauen und ihre Kinder bereitzustellen. Ab dem 1. Januar 2032 tritt zudem der Rechtsanspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung in Kraft. Dieses Gesetz schließt nicht-weibliche Personen allerdings aus.
Das BFKM spricht sich für ein Gewalthilfesystem mit passenden Hilfs- und Beratungsangebote für alle betroffenen Gruppen aus. Dazu gehören auch Unterstützungsangebote für Männer und queere Menschen.
mit dpa







