In dieser Woche gab es ein paar schöne Herbsttage. Und wer pünktlich in den Feierabend ging, konnte sogar noch die Sonne genießen; ein wenig Indian summer also. Damit ist es nächste Woche vorbei. Zwar werden wir uns am Wochenende ausschlafen können, wenn uns die Zeitumstellung eine Stunde schenkt. Aber dann beginnt noch im goldenen Oktober das Dunkelhalbjahr.

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Die Frage ist, wozu das eigentlich gut sein soll. Schließlich wird uns jedes Jahr die Rückkehr zur Normalzeit extra schwer gemacht. Denn nicht Winterzeit an sich ist schlimm, sondern der krasse Übergang, unter dem vor allem Ältere unter Jet leg leiden und durch den Kinder bei ihrer gewohnten Einschlafzeit durcheinander kommen.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber ist Textchefin in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Zeitumstellung: Sommerzeit soll Energie sparen? Von wegen

Als in den 1980er Jahren in Deutschland die Sommerzeit eingeführt wurde, versprach man sich davon einen Effekt auf den Energieverbrauch. Vorbild waren andere europäische Länder, die nach der Ölkrise von 1973 im Frühjahr die Uhren vorgestellt hatten. Wenn es abends länger hell ist, bleiben die Glühbirnen in den Wohnungen länger aus, so die Idee dahinter. Inzwischen sagen Experten:  Einen Großteil des Effekts frisst die Heizung am Morgen, die dann früher anspringt.

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An dieser Erkenntnis dürfte wohl kaum niemand zweifeln. Also warum diese elenden Debatten in der EU, die sich seit 1996 auf einheitliche Termine zur Zeitumstellung geeignet hat? Nur weil etwas seit Jahrzehnten ohne echte Evidenz praktiziert wird, heißt es ja noch lange nicht, dass es so bleiben muss.

Tatsächlich hat sich das EU-Parlament in Straßburg längst dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung abzuschaffen. Nur: Welche Zeit soll dann dauerhaft bleiben? Die Sommerzeit oder die Winterzeit? Weil es dazu im Rat der Mitgliedsstaaten keine Einstimmigkeit gibt und ein Flickenteppich der Zeitzonen in Europa mit wirtschaftlichen Konsequenzen befürchtet wird, bleibt: alles beim Alten. Betroffen von der mangelnden Entschlussfähigkeit sind die 450 Millionen Menschen in der EU. Da mag das Licht auch an diesem Wochenende schwinden. Die Einsicht dämmert noch lange nicht.