Ein deutscher Sicherheitsunternehmer erhält den Auftrag, den Ex-Mann und drei der gemeinsamen Kinder von Christina Block zu beschatten. Er soll mehr über ihr neues Leben in Dänemark herausfinden. Dafür legt er sich vor dem Haus auf die Lauer, knipst Fotos, etwa, wenn die neue Frau die Kinder zur Schule fährt. Diese Kinder, damals zehn und dreizehn Jahre alt, werden wenige Wochen später entführt, von mehreren maskierten Männern. Wie die mutmaßlichen Entführer die Jüngsten am Silvesterabend 2023/20234 packen, in ein Auto zerren und mit hoher Geschwindigkeit davonrasen, wird von dänischen Zeugen beobachtet.

Dieses Bild zeichnen Zeugenaussagen, die bislang im Prozess um Christina Block gehört wurden. Die Hamburger Unternehmerin muss sich neben sechs weiteren Angeklagten in dem Prozess vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Ihr wird unter anderem vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder, Klara und Theo, aus der Obhut ihres Vaters in Dänemark beauftragt zu haben. Die 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe im Sinne der Anklage. Ihr Lebensgefährte und ehemaliger Sport-Moderator Gerhard Delling sitzt mit ihr auf der Anklagebank. Blocks Ex-Ehemann und Vater der vier gemeinsamen Kinder, Stephan Hensel, tritt als Nebenkläger auf. Auch er hatte bereits als Zeuge ausgesagt. An diesem 17. Verhandlungstag steht nun ein weiterer Name auf dem Zeugen-Programm: Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA).

Christina Block vor Gericht: HPA-Chef Jens Meier sagt als Zeuge aus

Jens Meier ist bei den Ermittlungen in das Visier des Landeskriminalamts geraten. Im Oktober 2024 haben Ermittler Privat- und Geschäftsräume des Hafenchefs durchsucht. Der HPA-Geschäftsführer könnte womöglich einen Erstkontakt zu einer israelischen Sicherheitsfirma vermittelt haben. Diese steht letztlich im Verdacht, für die Entführung der beiden jüngsten Block-Kinder verantwortlich zu sein. Das legen die Auswertungen von Telefondaten eines Angeklagten im Prozess nahe. Meier ist allerdings kein Beschuldigter im Verfahren, sondern tritt dort nur als Zeuge auf.