Mit voller Wucht ist der Herbst über Italiens Adriaküste hereingebrochen. In der Region Emilia-Romagna haben Sturmfluten und heftige Winde am Sonntag zahlreiche Küstenorte überflutet – darunter beliebte Urlaubsziele wie Cesenatico, Rimini und Cervia. Der Zivilschutz rief die Alarmstufe Orange aus.

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„Die Sturmflut, die derzeit unsere Küste trifft, ist sehr heftig und liegt über dem historischen Durchschnitt“, sagte Cesenaticos Bürgermeister Matteo Gozzoli der Zeitung „Corriere della Sera“. Nach seinen Angaben lag der Meeresspiegel 1,24 Meter über dem mittleren Niveau. Zudem wären Windböen mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde über die Küste gepeitscht. Italienische Medien berichteten von Wellen, die bis zu vier Meter hoch waren und die sie als „Mini-Tsunamis“ bezeichneten. Das Portal „leggo.it“ sprach von einem „Albtraum am Sonntag“.

Unwetter in Italien: „Rekordsturm“ überflutet Badeorte

Mehrere Straßen entlang der Promenade seien überflutet, Abschnitte der Küste mussten gesperrt werden, so Gozzoli. „Bitte benutzen Sie die Uferpromenade nur, wenn es unbedingt notwendig ist“, warnte er die Bevölkerung. Der Bürgermeister sprach von einem „Rekordsturm“, der „große Schäden“ angerichtet habe.

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Auch in den Nachbarorten Rimini und Cervia bot sich ein ähnliches Bild. In den Badeorten überflutete das Meer Strände, Unterführungen mussten wegen der Wassermassen gesperrt werden. „Derzeit gibt es in der Stadt heftige Windböen und die Flut steigt“, sagte Cervias Bürgermeister Mattia Missiroli. Auch er rief die Bürgerinnen und Bürger zur Wachsamkeit auf: „Wir empfehlen äußerste Vorsicht: Betreten Sie keine Kiefernwälder, meiden Sie Parks, von Bäumen gesäumte Bereiche und Bereiche mit unsicherer Bebauung, meiden Sie den Strand und die Docks des Kanalhafens und meiden Sie Keller und Untergeschosse im Bereich des Kanalhafens und entlang des Küstenstreifens.“ In Cervia wurden nach Angaben des Bürgermeisters mehrere Keller überflutet, der Schaden halte sich aber in Grenzen.

Sturmflut in Italien: Präsident der Emilia-Romagna gibt Entwarnung

Auch in den Provinzen Forlì-Cesena, Udine und Gorizia musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Nach Angaben des Senders „Rai“ pumpten sie Keller leer, sicherten Gebäude und beseitigten umgestürzte Bäume. Am Montagnachmittag gab es schließlich erste Entwarnung. Michele de Pascale, Präsident der Emilia-Romagna, erklärte laut „Il Resto del Carlino“: „Dank der Arbeit des Zivilschutzes, der Küstengemeinden, der Feuerwehr und der Freiwilligen bessert sich die Situation allmählich: Die Unwetter lassen nach, die größten Probleme gehen zurück und das Wetter verbessert sich.“ Gleichzeitig dankte er „herzlich allen Menschen, die mit Professionalität und Schnelligkeit daran arbeiten, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten“.

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Dass der Sturm die Region so hart traf, liegt auch am Zeitpunkt des Unwetters. Denn die sogenannten Winterdünen, die in den Herbst- und Wintermonaten als natürlicher Schutz vor Sturmfluten dienen, sind vielerorts noch nicht aufgebaut. Nach dem Ende der Badesaison sollten die künstlichen Sandwälle eigentlich in den kommenden Tagen errichtet werden – um Strände und Ortschaften vor derartigen Wetterereignissen zu schützen.