Den Moderator Jan Böhmermann und den Medienrechtsanwalt Christian Schertz verbindet viel. Zum Beispiel sind sie beide Söhne von Polizisten. Aber sie haben natürlich auch juristisch viel miteinander erlebt. Vor mehr als 20 Jahren hat Schertz den Fußballer Lukas Podolski gegen Böhmermann vertreten, nachdem dieser Podolski in seiner 1-Live-Kolumne „Lukas‘ Tagebuch“ parodiert hatte.

2016 wiederum übernahm Schertz Böhmermanns Mandat, um mit ihm durch die juristischen Sturmböen nach seinem „Schmähkritik“ genannten Gedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan zu steuern. Schertz tat dies souveränerweise, obwohl Böhmermann seinerzeit in seiner Sendung eine erkennbar auf ihn gemünzte Karikatur namens „Scherz-Anwalt Dr. Witz“ auftreten ließ. Nur auf einer Bühne haben die beiden zusammen noch nie gestanden. Bis zum Montagabend.

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Da hatte Böhmermann zu einer Diskussionsveranstaltung im Berliner Haus der Kulturen der Welt geladen, die den Titel „Was darf Satire?“ trug. Sie gehört zum Rahmenprogramm der heftig diskutierten Ausstellung „Die Möglichkeit der Unvernunft“, die zuletzt vor allem wegen genau dieses Rahmenprogramms in die Diskussion geraten war. Für den 7. Oktober war zunächst ein „Kanzleramts-Konzert“ angekündigt gewesen, bei dem unter anderem der Rapper Chefket auf der Setlist stand – der sich auf seinem Instagram-Kanal mit einem Trikot präsentiert hatte, auf dem ein gewünschter Staat Palästina ohne Israel zu sehen war.