Der Hollywoodstar Robert Redford ist tot. Laut einer Erklärung von Cindy Berger, der Geschäftsführerin der Künstler-Managementfirma Rogers & Cowan PMK, verstarb der 89-Jährige in der Nacht zu Dienstag in seinem Zuhause in Sundance im US-Bundesstaat Utah. Der Schauspieler sei am Dienstagmorgen nicht mehr aufgewacht und im Schlaf verstorben, so Berger. Genaueres zu den Todesumständen wurde nicht mitgeteilt.

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Der preisgekrönte Darsteller ist seit den späten 1960er-Jahren eine feste Größe in der Filmbranche. Mit Streifen wie „Der Clou“ oder „Jenseits von Afrika“ wurde er weltberühmt. Später wechselte er auch hinter die Kamera und feierte 1981 sein Regiedebüt mit „Eine ganz normale Familie“, für das er gleich einen Oscar erhielt.

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Robert Redford ist tot: Gründer des Sundance Institutes
Seit Jahrzehnten engagierte sich Redford zudem für Filme, die abseits des großen Hollywood-Trubels ihren Markt finden. So gründete er 1980 das „Sundance Institute“, dessen internationales Filmfestival samt gleichnamiger Preisverleihung zum absoluten Goldstandard in der Independent-Szene geworden ist. Auch für seinen Einsatz für diesen Markt wurde dem Schauspieler und Regisseur im Jahr 2002 ein Ehren-Oscar verliehen.
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Neben seinem Engagement für Filmschaffende war der 1936 geborene Filmproduzent auch im Umweltschutz aktiv. So unterstützte er beispielsweise gemeinnützige Organisation „Natural Resources Defense Council“, die sich der Bekämpfung des Klimawandels und der Bewahrung von Wildtieren und Ökosystemen verschrieben hat.
Ein charmanter Ganove: Welche Rollen Robert Redford zum Star machten
Als charmanter Ganove war Redford vor mehr als 50 Jahren zum Hollywood-Star geworden. In der Western-Komödie „Zwei Banditen“ (1969, Originaltitel: Butch Cassidy and the Sundance Kid) raubte er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken aus. Ergraut, aber immer noch mit dem charismatisch-umwerfenden Lächeln, zückte Redford in „Ein Gauner & Gentleman“ (2018) als alter Bankräuber Forrest Tucker noch einmal die Waffen. Tucker habe Spaß an seinem Gaunerleben gehabt, erzählte der Star damals dem „San Francisco Chronicle“. Er selber habe von klein auf eine rebellische Seite gehabt und sich immer wie ein Außenseiter gefühlt.
In dem Superhelden-Spektakel „Avengers: Endgame“ (2019) zeigte er als Agent Alexander Pierce seine Bösewicht-Seite. Diese Nebenrolle war sein letzter Auftritt vor der Filmkamera. Im Interview mit der Zeitschrift „Rolling Stone“ sagte Redford im April 2021, dass er die Arbeit vor oder hinter der Kamera nicht vermisse. Diesen Job wollte er nun anderen überlassen.

Redford und Hollywood: ein holpriger Start und ein langer Weg in Filmwelt
Sein Aufstieg in Hollywoods Star-Riege war eher holprig. Geboren wurde Redford im kalifornischen Santa Monica, am Rand der Filmmetropole. Als Sohn eines Buchhalters wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Ein Sport-Stipendium verschaffte ihm Zutritt zu der Universität von Colorado. Der junge Redford trampte durch Europa, verkaufte selbstgemalte Bilder und schaffte es schließlich über Umwege in eine New Yorker Schauspielschule.
„Hollywood war nie mein Traumziel“, erzählte er 2013 dem Magazin „Esquire“. Den Starrummel habe er nie ernst nehmen können. „Ich wurde nebenan geboren“, betonte Redford. Doch nach Filmen wie „Barfuß im Park“ mit Jane Fonda und der Westernkomödie „Zwei Banditen“ mit Paul Newman wurde Redford Ende der 1960er Jahre schnell zum Leinwandidol. Die stahlblauen Augen, das kantige Gesicht und der blonde Haarschopf halfen.
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Robert Redfords Privatleben: Eine Welt abseits des großen Trubels
Auf der Leinwand glänzte er als Liebhaber, etwa mit Mia Farrow in „Der große Gatsby“ (1974) oder an der Seite von Meryl Streep in dem preisgekrönten Melodram „Jenseits von Afrika“ (1985). Doch sein Privatleben hielt er stets unter Verschluss und aus den Schlagzeilen raus.
Bereits mit 22 Jahren heiratete er die spätere Historikerin Lola Van Wagenen. Die Ehe der vierfachen Eltern wurde 1985 geschieden. Ihr erstgeborener Sohn starb im Alter von wenigen Monaten. Sohn James, ebenfalls Filmemacher, erlag 2020 mit 58 Jahren einer Krebserkrankung.
Die zweite Hochzeit feierte Redford in Hamburg. Dort gab er 2009 seiner langjährigen deutschen Freundin, der Malerin Sibylle Szaggars, das Jawort. Auf Filmpartys sah man das Paar selten. Redford, der begeisterte Skifahrer, Reiter und Wanderer, lebte fernab vom Rummel in einem Landhaus im US-Staat Utah und in Nordkalifornien.
Im Herbst seines Lebens lief Redford noch mal zur Höchstform auf
Als Schauspieler lief er in dem Überlebensdrama „All Is Lost“ mit 77 Jahren zur Höchstform auf. Er spielt einen Segler, der alleine auf seiner leck geschlagenen Jacht im Ozean treibt. Bei den Dreharbeiten ging er an seine körperlichen Grenzen. Doch die erhoffte Oscar-Nominierung für „All Is Lost“ blieb 2014 überraschend aus.

Mit 81 Jahren stand er dann zusammen mit Jane Fonda im Rampenlicht. Das Filmfest in Venedig verlieh den beiden Leinwandveteranen 2017 den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Dort stellten sie auch das Liebesdrama „Our Souls at Night“ vor, in dem sie Nachbarn spielen, die sich langsam annähern. „Ich wollte unbedingt wieder mit Jane arbeiten, bevor ich tot bin“, flachste Redford damals vor Reportern.
Auch zuvor äußerte er sich schon zufrieden über sein Leben. „Ich würde alles wieder so machen, auch die Fehler, die gehören dazu, das ist Teil des Lebensprozesses“, sagte der Schauspieler und Regisseur 2013, als er sein neuntes Regiewerk, den Politthriller „The Company You Keep – Die Akte Grant“, vorstellte. Er bedauerte also nichts? „Im Beruflichen nichts, vielleicht im Privaten, aber das werde ich Ihnen nicht sagen.“
jcst mit dpa





























