Rolf Seelmann-Eggebert ist tot. Der ARD-Adelsexperte starb in Hamburg im Alter von 88 Jahren, wie der NDR unter Berufung auf die Familie mitteilte. Seelmann-Eggebert kommentierte jahrzehntelang royale Ereignisse für das Fernsehen.

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„Ob er aus Krisengebieten berichtete, die ungleiche Verteilung des globalen Reichtums thematisierte oder royale Großereignisse begleitete - immer überzeugte er die Zuschauerinnen und Zuschauer durch seine profunde Sachkenntnis und seinen taktvollen Umgang mit Themen und Menschen“, schrieb der NDR zum Tod Seelmann-Eggeberts.
Seelmann-Eggebert berichtete viele Jahre als ARD-Korrespondent aus Afrika
Der gebürtige Berliner studierte Soziologie und machte anschließend ein Volontariat beim NDR in Hannover. 1964 wurde er dort Leiter der Reportageabteilung. Später ging er dann für die ARD nach Afrika: Zunächst als Hörfunkkorrespondent nach Abidjan in der Elfenbeinküste und danach als Fernsehkorrespondent in die kenianische Hauptstadt Nairobi. Auch in seiner Funktion als NDR-Programmdirektor Fernsehen engagierte sich Seelmann-Eggebert für Afrika: Mit der Initiative „Ein Tag für Afrika“ sammelte er 1985 rund 100 Millionen Mark für Menschen in Äthiopien, die zu verhungern drohten.
Mehrmals leitete Seelmann-Eggebert zudem das ARD-Studio London. 1996 wurde er dann Chefkorrespondent Fernsehen des NDR, wo er unter anderem die „One World Group of Broadcasters“ aufbaute, einen internationalen Verbund von TV-Sendern für Programminitiativen zu Gunsten der Länder Afrikas, Asiens und Südamerikas.
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Seelmann-Eggebert kommentierte britische Royal-Hochzeiten live
2002 ging Seelmann-Eggebert in den Ruhestand, machte aber weiter Filme und Live-Reportagen für den NDR. Große Publikumserfolge waren seine Fernsehreihen „Europäische Königshäuser“, „Royalty“, „Königskinder“, „Deutsche Fürstenhäuser“ oder „Die Windsors – 100 turbulente Jahre“. Zudem machte er regelmäßig Live-Reportagen von wichtigen Ereignissen an Europas Adelshöfen – unvergesslich etwa seine mehrstündigen Live-Kommentierungen der Hochzeiten von Prinz Charles und Lady Diana, Prinz William und Catherine „Kate“ Middleton sowie Prinz Harry und Meghan Markle.
Seelmann-Eggebert erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, etwa den Deutschen Journalisten-Preis, das Bundesverdienstkreuz, den „Order of the British Empire“, die „Goldene Kamera“ und den „Bambi“. 2011 wurde er für seine Royal-Berichterstattung in der Kategorie „Besondere Leistung Unterhaltung“ mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Neben seiner journalistischen Arbeit engagierte sich Seelmann-Eggebert ehrenamtlich, etwa als Vorstandsmitglied des Deutschen Komitees für Unicef, als Mitglied des deutschen Kuratoriums der World Childhood Foundation und Ehrenmitglied der Deutsch-Britischen Gesellschaft.
jst/dpa





