Eltern oder jene, die es werden, kennen diese Problematik. Spätestens wenn der Schwangerschaftstest zwei blaue Streifen anzeigt, beginnt die lange Suche nach dem Namen für das Kind. Dass der eigene Favorit nicht jedem gefällt, ist eine Sache, die man besser hinnehmen sollte. Jedoch gibt es auch Vornamen, die anderen nicht nur missfallen, sondern die sie sogar am liebsten verbieten würden. So sorgte kürzlich der Name eines Neugeborenen aus dem Universitätsklinikum Leipzig für Aufregung.
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Am vergangenen Sonntag wurden auf dem Instagram-Kanal der geburtsmedizinischen Abteilung die Namen der an diesem Tag zur Welt gekommenen Kinder verkündet – „wie jeden Tag“, wie das Social-Media-Team später in einer Mitteilung erklärte. Doch sorgte ein Name, nämlich Yahya Sinwar, für Irritationen. Zwar ist Yahya als arabischsprachiges Pendant zu Johannes recht geläufig, allerdings erinnert die Kombination mit Sinwar an Jihia al-Sinwar – den einstigen Hamas-Führer, der hinter dem Massaker vom 7. Oktober 2023 stecken soll.
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Irritierender Name in Leipzig: Wer war Jihia al-Sinwar oder auch Yahya Sinwar?
Bei dem Angriff auf mehrere israelische Siedlungen kamen über 1200 Menschen ums Leben, mehr als 250 Geiseln wurden anschließend in den Gazastreifen verschleppt – viele von ihnen starben, manche werden noch heute dort gequält. Seitdem befindet sich Israel im Krieg mit der in Gaza beheimateten Terrororganisation. Jihia al-Sinwar, je nach Schreibweise auch als Yahya Sinwar bekannt, gilt als Drahtzieher der Aktion. Er wurde im Oktober 2024, nachdem er kurzzeitig die Führung der Hamas übernommen hatte, von israelischen Soldaten getötet.

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Die Namensgebung der Eltern in Leipzig sorgte daher für reichlich Wirbel, auf den die Klink anschließend reagierte. Man kommentiere die Entscheidung der Eltern nicht oder ordne diese politisch ein, so die Verantwortlichen. „Wir verstehen aber, dass der heutige Beitrag bei einigen Menschen negative Assoziationen geweckt hat. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, lautete die Nachricht auf Instagram.
Namenswahl bei Kindern: Was ist in Deutschland eigentlich erlaubt?
Urbane Legende über Eltern, die ihre Kinder Toffifee, Nutella oder auch Anakin Skywalker nennen wollen, gibt es wie Sand am Meer. Und tatsächlich gibt es skurrile Namenskombinationen, die nach einer Prüfung durch das Standesamt bestehen blieben. Die Frage ist aber: Was ist bei der Namensgebung erlaubt?
Tatsächlich gibt es in Deutschland in Sachen Namenswahl nur wenige Vorgaben, und die Eltern dürfen frei entscheiden, wie Anwalt.de berichtet. Spätestens vier Wochen nach der Geburt muss der Name des Nachkommen jedoch beim Standesamt angemeldet werden. Der Beamte muss diesen dann prüfen. Dabei gelten folgende Maßstäbe:
- Die Vornamen müssen eindeutig als solche erkennbar sein. Auch das Geschlecht des Kindes muss sich dadurch erkennen lassen. Im Zweifelsfall kommt ein Zweitname hinzu, wie zum Beispiel bei Kim Frank.
- Adels- oder akademische Titel sowie Krankheiten oder andere medizinische Begriffe sind nicht erlaubt.
- Geschwister dürfen nicht den gleichen Erstnamen bekommen.
- Biblische Namen mit negativer Konnotation, wie Judas, sind unzulässig. Positive jedoch schon: So wäre beispielsweise Jesus erlaubt.
- In der Regel werden maximal fünf Vornamen für ein Kind bewilligt. Auch wenn es hier keine festen Parameter gibt.
- Bekannte Kurzformen von Namen werden akzeptiert, Koseformen hingegen nicht.
- Zu guter Letzt gilt: Vornamen dürfen nicht lächerlich, erniedrigend, beleidigend oder gar herabsetzend sein.
Gerade der letzte Punkt ist die oberste Maxime eines jeden Standesbeamten bei der Namensprüfung, und sollte der Verdacht der Kindswohlgefährdung durch die Namensgebung auftauchen, kommt es zu einer unterstützenden Beratung. Wird dabei keine Einigung erzielt, kann es zur Ablehnung oder gar einem Gerichtsverfahren führen. Ob die Eltern des kleinen Yahya Sinwar ihr Kind wirklich so nennen dürfen, bleibt also abzuwarten.
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Ungewöhnliche Namen für Jungen und Mädchen: Von Sexmus Ronny bis Imperial-Purity
Wer vor Gericht den ungewöhnlichen Rufnamen seines Sprösslings durchdrücken will, sollte auf vergleichbare Präzedenzfälle schauen oder bereits genehmigte Vornamen als Beleg anführen. Denn diese Namen wurden laut dem Portal Babyclub bereits bewilligt:
Zugelassene Jungennamen:
Sundance – Nemo – Mete – Adermann – Michael Cougar – Godot (als Zweitname) – Mikado (als Zweitname) – Sweer – River (als Zweitname) – Roi – Speedy (als Zweitname) – Jazz (als Zweitname) – Büb (als Zweitname) – Leines – Luc – Anderson (als Zweitname) – November (als Zweitname) – London (als Zweitname) – Pumuckl (als Zweitname) – Lafayette (als Zweitname) – Xanio – Blue (als Zweitname) – Sexmus Ronny – Don Armani Karl-Heinz – Camino Santiago Freigeist – Brooklyn (als Zweitname) – Pepper (als Zweitname) – Tarzan – Lenor (als Zweitname) – Sheriff – Courage (als Zweitname) – Despot – Dee-Jay – Cosmo (als Zweitname) – Alp – Atlantico – Erdmann (als Zweitname) – Florimond – Ingolfson – Isidor – Love (als Zweitname) – Maddox – Mars (als Zweitname) – Miao (als Zweitname) – Morse – Okay (als Zweitname) – Nero – Bari (als Zweitname) – Chukuweike – Christ – Dino – Destiney (als Zweitname) – Godswill – Jupiter (als Zweitname) – Mahmood – Milano (als Zweitname) – Monday (als Zweitname) – Phoenix (als Zweitname) – San-Diego – Schaker – Sydney (als Zweitname) – Triumph (als Zweitname) – Versace – Hannibal – Excel
Abgelehnte Namen für Jungen:
Tom Tom – Holgerson – Lord – Stone – Heydrich – Navajo – Mit Gott Allein Durch Jesus Christus – Noah ben Abraham – Waldmeister – Wikileaks – Blitz – Holunder – Jonesen – Arriach – Belmondo – Bambel – Hook – Smoky – Mumford – Illumi – Hoffmann – O’Neill – Picasso – Shogun – Grammophon – Veleihnix – Crossman – Mumford – de Sunny – Osama Bin Laden – Porsche – Atomfried – Störenfried – Satan – Puhbert – Venus (als Zweitname) – Sputnik – McDonald – Bierstübl – Hemingway – Moewe – Dresden – Excalibur
Für Mädchen zugelassene Namen:
Pepsi-Carola - Emelie-Extra – Emma-Tiger – LouAnn - Galaxina – Cosma-Schiwa – Ineke – Domino-Carina – Latoya – Sonne (als Zweitname) – Chelsea – Gor (als Zweitname) – Ibanez Sophia – Bo (als Zweitname) – Uragano (als Zweitname) – Raven (als Zweitname) – Prestige (als Zweitname) – Fanta – Biene – Beke – London (als Zweitname) – Cinderella-Melodie – Cinderella (als Zweitname) – Summer (als Zweitname) – Milka – Vienna – Kenia – Windsbraut (als Zweitname) – Schokominza – Heaven (als Zweitname) – Nil (als Zweitname) – Peaches (als Zweitname) – Colonia (als Zweitname) – Pepper (als Zweitname) – Schneewittchen (als Zweitname) – Sunshine (als Zweitname) – Chanel (als Zweitname) – Imperial-Purity – Schaklyn – Bluebell (als Zweitname) – Moka (als Zweitname) – Berlin (als Zweitname) – November (als Zweitname) – Saphira – Amethyst – Artemis – Capucine – Dragica – Enikö – Excellent (als Zweitname) – Freimuthe – Genesis (als Zweitname) – Hazel – Ixchel (als Zweitname) – Josefa (als Zweitname) – Maffo (als Zweitname) – Mariechen – Malve (als Zweitname) – Miky (als Zweitname) – Miel (als Zweitname) – Pearl (als Zweitname) – Sheba (als Zweitname) – Sky (als Zweitname) – Soleil (als Zweitname) – Sommerfeld (als Zweitname) – Sista – Daenerys – Arwen – Brightness (als Zweitname) – Brooklyn (als Zweitname) – Cosma-Joys – Confidence (als Zweitname) – Escada – Gloria-Princess – Marvelous (als Zweitname) – Treasure (als Zweitnaem) – Prinzessin (als Zweitname) – Pippilotta – Tuba – Testimony – Wolke (als Zweitname) – Aphrodite
Nicht erlaubt für Mädchen waren bisher:
La Toya – Jenevje – Rosenherz – Pfefferminze – Borussia – Mechipchamueh – Crazy Horse – Kirsche – B’Elanna – Emily Gift – Villa – Fröken – Whisky – Köln – Gucci – Seniorina – Vaginia – Seerose – Puschkin – Puppe – Schnucki – Sofie Sophie






