Sie hätte noch viele Medaillen sammeln können, mindestens an zwei weiteren Olympiaden teilnehmen, in der Liste der erfolgreichsten deutschen Olympioniken weiter klettern können. Die Freiheit aber war Laura Dahlmeier wichtiger, als sie mit 25 Jahren, im besten Sportleralter, das Gewehr und die Langlaufschuhe an den Nagel hing.

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Und diese Freiheit fand die gebürtige Garmisch-Partenkirchenerin seit Kindheitstagen in den Bergen. Sie ließ sich nach ihrer Biathlon-Karriere zur Bergführerin ausbilden. Wer früher am Streckenrand in Ruhpolding oder Oberhof mitfieberte oder aus dem heimischen Sofa aufsprang, wenn Dahlmeier fehlerfrei schoss und anschließend auf der Laufstrecke wie gewohnt ihren Konkurrenten keine Chance ließ, konnte sich von ihr künftig auf die höchsten Berge der Alpen führen lassen.

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Laura Dahlmeier zeigte am Berg Verantwortung und Respekt – an ihr sollte man sich ein Vorbild nehmen

Die Berge faszinieren die Menschen seit jeher. Doch der Umgang mit ihnen hat sich gewandelt. Sie verkommen zum Abenteuerspielplatz. Insbesondere in der Ferienzeit rücken täglich die Bergwachten aus, um diejenigen zu retten, die sich unerfahren und unausgerüstet in Gefahr begeben, alles für das nächste Selfie, das in den sozialen Netzwerken für digitale Herzchen sorgen soll. Die zumeist ehrenamtlichen Helfer riskieren für diesen Leichtsinn ihre eigene Gesundheit.

Tobias Kisling / Funke Mediengruppe
Es kommentiert: Tobias Kisling.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Dahlmeier kannte diese Erfahrungen, ihr Vater Andreas Dahlmeier leitet die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen. Entsprechend verantwortungsvoll handelte die erfahrene Bergsteigerin, als sie schriftlich verfügte, dass sich niemand in Gefahr bringen solle, um sie zu bergen.

Sie kannte die unkalkulierbaren Risiken der Natur, handelte vorsorglich und selbstlos. An ihr Vorbild sollte man sich erinnern, bevor einem der Leichtsinn am Berg überkommt.