Seit zehn Tagen liegt Wolfgang Grupp im Krankenhaus. Jetzt kommt raus: Er wollte sich das Leben nehmen. Das geht aus einem Brief hervor, der dieser Redaktion vorliegt. Zuvor hattet die „Bild“ berichtet. „Ich bin im 84. Lebensjahr und leide an sogenannten Altersdepressionen“, heißt es in dem Schreiben, das auf den 17. Juli datiert ist. Man mache sich Gedanken darüber, ob man überhaupt noch gebraucht werde, führt der Unternehmens-Patriarch aus: „Ich habe deswegen auch versucht, mein Leben zu beenden. Es kann etwas länger dauern, bis ich wieder ganz gesund bin.“ Eine Trigema-Sprecherin erklärte, Grupp habe sich mit seinem Schreiben am Donnerstag an die Belegschaft des in Burladingen ansässigen Unternehmens gewandt.

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Die „Bild“ hat den Brief nach eigenen Angaben auf ausdrücklichen Wunsch des Unternehmers veröffentlicht. „Leider kann ich mich erst jetzt selbst äußern“, heißt es darin. Lange Zeit war unklar, warum der 83-Jährige vor zehn Tagen in ein Krankenhaus in Baden-Württemberg eingeliefert wurde. Von Trigema hieß es bis zuletzt, es gehe ihm „altersentsprechend gut.“
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Wolfgang Grupp: „Ich bedaure, was geschehen ist“
So formuliert er es auch in seinem Brief, den er mit „Wolfgang Grupp sen.“ signiert hat. Auf dem Briefkopf steht das Firmenlogo. „Mein großer Dank gilt meiner Frau Elisabeth und meinen Kindern Bonita und Wolfgang, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma trigema.“ Er sei sich sicher, dass seine Kinder Trigema verantwortungsvoll in eine erfolgreiche und sichere Zukunft führen, schreibt Grupp: „Ich bin sehr stolz auf meine Frau und meine Kinder.“ Die beiden hatten das deutsche Traditionsunternehmen 2024 vom Senior übernommen.

„Ich bedaure, was geschehen ist und würde es gerne ungeschehen machen“, schließt der Senior seinen Brief ab. In einem Zusatz bittet er darum, dass sich Menschen mit Depressionen professionelle Hilfe holen und in Behandlung begeben.
Wolfgang Grupp: Darum ist er so bekannt
Grupp senior gilt als einer der profiliertesten und schillerndsten Kaufleute in Deutschland. Er wurde durch kultige Fernsehspots bekannt. In diesen warb ein Schimpanse im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte – verkleidet als Nachrichtensprecher – für T- und Sweatshirts des Mittelständlers. Das lebendige Tier wurde inzwischen von einer Computeranimation ersetzt.
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Auch in Talkshows war der frühere alleinige Trigema-Inhaber häufig zu Gast. Dort kritisierte er einen Größenwahn mancher Unternehmer und forderte die persönliche Haftung für alle Bosse: „Wir brauchen wieder Unternehmer mit Verantwortung, Disziplin und Vorbildfunktion.“
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.







