Kein Tier sorgt derzeit für mehr Wirbel, als der Wels aus dem bayerischen Brombachsee. Getötet durch die Waffe eines örtlichen Polizisten. So war es zumindest bisher geschildert worden. Nun hat die Polizei im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen klargestellt, dass das Tier, das vorab durch Angriffe auf Schwimmer die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, nicht durch die Schüsse gestorben ist.
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Der aggressive Wels soll von Anglern erlegt worden, wie es nun hieß. Ein Polizeibeamter habe am 20. Juni zwar dreimal auf den Fisch geschossen, sagte ein Polizeisprecher. Aber kein Projektil habe die Haut des Tieres durchgeschlagen. Mehrere Medien, darunter dpa, hatten zuvor berichtet, dass die Polizei den Fisch erschossen hatte. Die Berliner Morgenpost griff die Geschichte ebenfalls auf.
Wels aus Bayern war durch Schüsse nur „benommen“
Ein Projektil habe den Fisch vermutlich so getroffen, dass er benommen gewesen sei, sagte der Polizeisprecher weiter. Angler hätten daraufhin erneut versucht, den Wels zu fangen. Nach etwa 40 Minuten habe dieser angebissen. Den Anglern sei es nach einiger Zeit schließlich gelungen, den schweren Fisch an Land zu ziehen. Dort sei dieser erlegt worden.
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Was genau geschehen war und vor allem, ob die Tötung des Tieres angemessen und berechtigt gewesen ist, wird nun Inhalt von Ermittlungen sein. Die Staatsanwaltschaft in Ansbach prüfe den Vorfall nun.
Wels vom Brombachsee hatte mindestens fünf Menschen angegriffen
Der zwei Meter lange Wels hatte nach Angaben der Polizei im Brombachsee mindestens fünf Badende angegriffen und leicht verletzt. Die Polizei entschied zusammen mit Anglerverein und Wasserwacht, den Fisch zu töten. Dieser landete später in einem Gasthof auf den Tellern. Die 120 Filetportionen sind laut dem Gastwirt inzwischen verspeist. Kurz danach gab es einen zweiten ähnlichen Vorfall. Wieder mit einem Wels.
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Es werde geprüft, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliege, sagte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Ansbach, Jonas Heinzlmeier. Die Ermittlungen leitet das bayerische Landeskriminalamt. Die Tierschutzorganisation Peta hatte nämlich Strafanzeige erstattet. Sie beklagt den Tod des Welses aus Mittelfranken, der vorab mehrere Menschen beim Schwimmen im Brombachsee angegriffen und dabei leicht verletzt.
Wels wollte wahrscheinlich sein Gelege verteidigen
Womöglich wollte das Tier sein Gelege mit Eiern verteidigen, vermuten Fischereiexperten. Gerade männliche Tiere können ein aggressives Verhalten zeigen, wenn es um den Schutz ihres Nachwuchses geht. Wegen des niedrigen Wasserstands seien die Welse aus den üblichen Uferbereichen in den Bereich der Badeinseln ausgewichen. Die Laichzeit ende laut Fischereiverband Mittelfranken in diesen Tagen. Dennoch sollen Angler die Badebereiche weiter beobachten. Ob es angemessen war, das Tier zu töten, soll nun also geklärt werden.

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In Berlins Nachbarbundesland Brandenburg hofft man auf einen sanfteren Umgang mit zwickenden Fischen. Sollte in den örtlichen Gewässern ein Wels oder ein anderer Fisch mal einen Badegast zwacken, sollte das Tier nicht gleich getötet werden, sagte der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes, Lars Dettmann. Bei dem Vorfall am bayerischen Brombachsee sei bei der Reaktion völlig überzogen worden. „Das ist das Worst-Case-Szenario“, sagte Dettman. Der Fisch habe lediglich seine Brut verteidigen wollen.
Ein Wels könne mit seinen „Bürstenzähnchen“, keine schweren Verletzungen verursachen, sagte Dettmann. Höchsten oberflächliche Abschürfungen seien möglich. Das Tier sei „völlig harmlos“. Dennoch könne er verstehen, dass ein solcher „Biss“ Unbehagen hervorrufe. „Das Einfachste, was man tun kann, ist, den Bereich abzusperren“, führte der Fischerei-Experte aus. Man sollte dem Fisch Zeit geben, bis die Brut schlüpft. Das dauere beim Wels oft nur wenige Tage.
dpa/jle







