Die Unternehmen des einstigen TV-Kochs Alfons Schuhbeck (76) haben dem Insolvenzverwalter Max Liebig zufolge einen enormen Schuldenberg hinterlassen: Gläubiger fordern nach aktuellem Stand rund 27 Millionen Euro. Das sagte Liebig am Mittwoch vor dem Landgericht München I aus. Schuhbeck muss sich in dem Verfahren unter anderem wegen Subventionsbetrug und Insolvenzverschleppung verantworten.

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Laut Liebig könne sich die Summe im Laufe des Verfahrens noch verändern. Er hält für wahrscheinlich, dass viele Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen bleiben werden: Der Insolvenzverwalter geht von einer Gläubigerquote im niedrigen zweistelligen Bereich aus. Die Quote gibt an, wie viel Prozent der Forderungen Gläubiger im Falle einer Insolvenz aus der Insolvenzmasse erhalten. Wie viele Gläubiger es gibt, ließ Liebig offen. Denn es sei möglich, dass noch weitere hinzukommen.
Prozess gegen Alfons Schuhbeck: Insolvenzverwalter berichtet über fehlende Jahresabschlüsse
Im Jahr 2021 ist das Insolvenzverfahren gegen Alfons Schuhbeck eingeleitet worden. Dabei habe Liebig keine nennenswerte Buchhaltung für Schuhbecks Firmen feststellen können. Das, was vorgefunden worden sei, sei „nahezu wertlos“ gewesen, „weil die Verbuchungen oftmals fehlerhaft waren“, sagte Liebig. Auch habe es jahrelang keinerlei Abschlüsse gegeben. Mehrere Unternehmen seien bereits seit 2015 zahlungsunfähig gewesen, sagte Liebig aus.

Aller Voraussicht nach könne er das Insolvenzverfahren bis Ende 2025 abschließen. Immerhin drei seiner insgesamt elf Firmen – Schuhbecks Gewürze, die Südtiroler Stuben und der Partyservice – konnten laut Liebig verkauft werden. Bei Schuhbecks weiteren Unternehmen sei das nicht möglich gewesen. In diesen Fällen sei allerdings auch keine nennenswerte Insolvenzmasse vorhanden.
Insolvenzverwalter: „Einen echten Wert gab es nur durch die Marke Alfons Schuhbeck“
„Einen echten Wert hatten die Unternehmen im Insolvenzverfahren dann nicht mehr“, sagte Liebig. „Einen echten Wert gab es nur durch die Marke Alfons Schuhbeck.“ Denn im Zentrum aller Unternehmen habe in erster Linie diese Marke gestanden: „Das Interessante und Spannende war natürlich der Name und die Aura, die da drumherum gebaut wurde.“
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Alfons Schuhbeck wird nicht nur Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Er soll auch zu Unrecht Corona-Soforthilfen und Überbrückungshilfen beantragt haben und so Subventionen in Höhe von 460.000 Euro erschlichen haben. Schuhbeck räumte die Tatvorwürfe im Wesentlichen ein. Ihm sei alles über den Kopf gewachsen. Der Prozess gegen Alfons Schuhbeck ist Ende Juni aufgenommen worden und auf insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 14. Juli fallen.
Steuerhinterziehung: Bereits 2022 verurteilte das Gericht TV-Koch Alfons Schuhbeck
Bekannt wurde Alfons Schuhbeck vor allem als TV- und Promi-Koch. Seit Jahren sorgt er jedoch mit seinen Finanzskandalen für Aufmerksamkeit: Im Oktober 2022 verurteilte ihn das Landgericht München I bereits wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 2,3 Millionen Euro zu drei Jahren und zwei Monaten Haft.
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Schuhbeck soll mehr als 1.000 Mal in die Kasse von zwei seiner Restaurants gegriffen haben, um Geld verschwinden zu lassen. Er gab zu, dazu ein Computerprogramm genutzt zu haben, das ein Angestellter in seinem Auftrag erstellt hatte. Laut seinen Anwälten ist Schuhbeck unheilbar an Krebs erkrankt und wird außerhalb des Gefängnisses behandelt. Aufgrund seines gesundheitlichen Zustands ist diese erste gegen ihn verhängte Haftstrafe bis Mitte September ausgesetzt.
Angeklagt wegen Insolvenzverschleppung: Diese Haftstrafe droht Alfons Schuhbeck
Zu Beginn des noch laufenden Prozesses hatte Schuhbeck ein Geständnis abgelegt. Dies ist Teil eines sogenannten Deals zwischen allen Verfahrensbeteiligten. Dem einstigen Star-Koch droht eine Haftstrafe von insgesamt vier bis vier Jahren und acht Monaten. Dabei ist die 2022 gegen ihn verhängte Strafe eingerechnet. Die Staatsanwaltschaft beantragte, einzelne Taten im Verfahren einzustellen, um den Prozess zu beschleunigen. Man rechne ihm hoch an, „dass er sich trotz seines Gesundheitszustandes diesem Verfahren stellt.“
Wie er vor Gericht aussagte, lebt Schuhbeck derzeit von einer Rente in Höhe von 1138,76 Euro. Sein Bruder zahle ihm die Krankenversicherung. Für seine Wohnung sind laut Schuhbeck 4800 Euro Miete pro Monat fällig. Er sei mit den Zahlungen im Rückstand, obwohl Freunde ihn finanziell unterstützen. Bereits im Prozess im Jahr 2022 sagte Schuhbeck, er stehe vor den Trümmern seines Lebenswerks.
dpa/viv







