Sie hatten den Grund des Atlantischen Ozeans gezielt danach abgegrast und sind fündig geworden: Forscher haben gefährlichen Atommüll auf dem Meeresgrund entdeckt. Insgesamt sind mehr als 1.000 Fässer aufgespürt worden.

Früher hielt man das Meer für einen sicheren Ort für Atommüll

Das internationale Forschungsteam war Mitte Juni vom westfranzösischen Brest aus mit ihrem Schiff „L'Atalante” zu ihrem Suchareal im Westeuropäischen Becken des Atlantiks aufgebrochen.
Das internationale Forschungsteam war Mitte Juni vom westfranzösischen Brest aus mit ihrem Schiff „L'Atalante” zu ihrem Suchareal im Westeuropäischen Becken des Atlantiks aufgebrochen.© Flotte Océanographique Française/dpa | -

Seit einigen Wochen waren sie gezielt auf der Suche danach. Die Fässer enthalten Atommüll. Der entsteht zum Beispiel, wenn Atomkraftwerke Energie erzeugen. Die Strahlung davon ist gefährlich für Menschen und die Umwelt.

200.000 Fässer werden am Meeresgrund vermutet

In den 1950er- bis 1980er-Jahren dachte man, das Meer sei ein sicherer Ort für solchen Müll. Daher entsorgten etliche Staaten ihren Atommüll einfach auf dem Meeresgrund. Zumindest dort, wo nicht Gefahr bestand, dass tektonische Verschiebungen oder andere geologische Ereignisse ihn beschädigen könnten.

Fässer mit einem Zeichen für Radioaktivität.
Fässer mit einem Zeichen für Radioaktivität.© dpa | Sebastian Kahnert

Inzwischen weiß man: keine gute Idee. Erst 1993 wurde die Entsorgung von Atommüll im Ozean schließlich untersagt. Mindestens 200.000 Fässer werden alleine im Nordostatlantik vermutet, schreibt die „Tagesschau“ in einem Bericht. Die Fässer sollen in 3.000 bis 5.000 Metern Tiefe liegen.

Atommüll am Meeresgrund: Genaue Lage nicht bekannt

Doch weder die genaue Lage noch der Zustand der Fässer ist bekannt. Es ist also auch nicht klar, ob die Fässer inzwischen beschädigt wurden und der nuklear verseuchte Inhalt austritt.

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Das internationale Forschungsteam will nun die Position der entsorgten Fässer ermitteln und herausfinden, welchen Einfluss sie nach Jahrzehnten auf Wasserqualität und Meeresbewohner hatten.

Atomforscher vermutet, radioaktive Strahlung könnte entweicht sein

Die Forscher waren Mitte Juni vom westfranzösischen Brest aus mit ihrem Schiff „L‘Atalante“ zu ihrem Suchareal im Westeuropäischen Becken des Atlantiks aufgebrochen. Dort vermuten sie einen Großteil des entsorgten Atommülls. Vier Wochen lang wollen sie dort nach Atommüll-Fässern suchen.

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Die Fundorte sollen dann auf einer Karte verzeichnet werden. Die Fachleute haben auf dem Schiff auch einen Tauchroboter, der 3D-Bilder macht. Patrick Chardon, Leiter des Projekts NODSSUM (Nuclear Ocean Dump Site Survey Monitoring), geht laut Tagesschau davon aus, dass bei den allermeisten nuklearen Abfällen im Nordatlantik die Radioaktivität nach etwa 300 bis 400 Jahren quasi verschwunden sein dürfte.

Die Fässer seien damals so gebaut worden, dass sie den hohen Druck, der auf dem Meeresgrund in einer solchen Tiefe herrscht, aushalten. Sie seien jedoch nicht in der Lage, die Radioaktivität wirklich einzuschließen. Schon seit längerem könnte Radioaktivität aus den Behältern entweichen, vermutet der Atomforscher.

mit dpa