Viele Sternenfreunde wurden letztes Jahr bitter enttäuscht: Astronomen berechneten, dass bis September 2024 ein „neuer Stern“ im Sternbild Corona Borealis am Nachthimmel auftauchen und mit bloßem Auge erkennbar sein würde. Doch der Stern, der eigentliche eine alle 80 Jahre wiederkehrende, extrem helle Sternenexplosion ist, war nirgends zu entdecken. Dafür wurde das auch als Nova bekannte Ereignis in diesem Monat völlig unerwartet in einem anderen Himmelsbild entdeckt.

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Am 12. Juni bemerkte das automatische Erkennungsprogramm „ASAS-SN“ der Ohio State University die Nova im Sternbild Wolf (Lupus). Die Nova mit dem offiziellen Namen V462 Lupi soll einem Bericht des Fachmediums „Sky & Telescope“ seitdem stetig an Helligkeit zunehmen.
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Eine Nova ist ein plötzlicher, heller Ausbruch auf der Oberfläche eines Weißen Zwergsterns in einem Doppelsternsystem. Dabei zieht der Weiße Zwerg Materie – meist Wasserstoff – von seinem Begleitstern an. Wenn genug Material angesammelt ist, zündet eine thermonukleare Explosion auf der Oberfläche.
Dadurch steigt die Helligkeit des Sterns innerhalb kurzer Zeit stark an – im Falle des V462 Lupi um das viele Millionenfache. Im Gegensatz zur Supernova bleibt der Stern dabei erhalten und kann später erneut als Nova ausbrechen. Im Wolf wurde eine solche Nova zuvor nicht beobachtet.
Mit bloßem Auge wird die Nova im Wolf vor allem in der südlichen Hemisphäre sichtbar sein, wobei es laut „Live Science“ auch Sichtungen in den USA gebe. In Deutschland geht das Sternbild Wolf nur teilweise und nur für kurze Zeit um Mitternacht herum am Südhimmel auf. Nur mit Glück, freier Sicht gen Süden und einer dunklen Umgebung könnte so ein Blick auf die Nova gelingen.
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Dafür kann in Deutschland noch auf die nicht eingetretene Nova aus dem Sternbild Corona Borealis gehofft werden. Wie „BBC Sky at Night Magazine“ berichtet, haben verschiedene astronomische Studien den Zeitpunkt für das Erscheinen für dieses Jahr berechnet.
Das 3000 Lichtjahre entfernte Doppelsternsystem im Sternbild T Corona Borealis (Nördliche Krone) leuchtet normalerweise zu schwach, um es mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. Aber etwa alle 80 Jahre führt eine Reaktion zwischen den beiden Sternen zu einer spektakulären Nova, die nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa so hell wie der Polarstern wird. Am Nachthimmel sieht es dann ein paar Tage lang so aus, als sei ein neuer Stern geboren worden.
Zum ersten Mal wurde diese Explosion im Sternbild T Corona Borealis 1866 von dem irischen Universalgelehrten John Birmingham beobachtet. 1946 ereignete sich das Phänomen erneut. Und schon 2024 rechneten Astronomen mit einer weiteren Nova.
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In unserer Milchstraße und ihren Nachbar-Galaxien gibt es etwa zehn periodisch wiederkehrende Novae, sogenannte rekurrierende Novae, erklärte der Astronom Sumner Starrfield gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Anders als klassische Novae, die sich „vielleicht alle 100.000 Jahre“ ereignen, vergeht zwischen zwei rekurrierenden Novae in einem Sternensystem nur etwa ein Menschenleben.
Die thermonukleare Reaktion bei einer Nova endet in einer „großen Explosion, und binnen Sekunden steigt die Temperatur um 100 bis 200 Millionen Grad“, sagte der pensionierte deutsche Astronom Joachim Krautter. Die im letzten Jahr erwartete Nova wollten Astronomen unter anderem mit dem äußerst leistungsfähigen James-Webb-Teleskop beobachten.
Derartige High-Tech-Ausrüstung sei aber gar nicht nötig, um das Himmelsspektakel zu beobachten, sagte Krautter: „Man muss nur rausgehen und in die Richtung von Corona Borealis schauen.“ Das Sternbild ist in Deutschland am besten im Frühling und Sommer am nördlichen Himmel zu sehen.
mit afp








