Es sollte eigentlich eine dringend benötigte Erfolgsmeldung für den Tech-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk werden: Am Wochenende hat Tesla seinen Robotaxi-Dienst in den USA im Kleinformat gestartet. Doch nur zwei Tage später gibt es bereits zahlreiche Beschwerden über die selbstfahrenden Teslas. Gerät Musks Prestigeprojekt zum PR-Desaster?

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Die US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) erklärte am Dienstag, sie gehe zahlreichen Meldungen über selbstfahrende Taxis mit gefährlichem Fahrverhalten nach. Musk hatte den neuen Dienst zunächst nur in der texanischen Stadt Austin gestartet, wo Tesla seinen Hauptsitz hat.

In Onlinediensten veröffentlichten Nutzer Videos von Robotaxis, die plötzlich auf der Straße stehenbleiben, unvermittelt Gas geben oder die Spur wechseln. Die Verkehrsbehörde NHTSA erklärte dazu, sie sei sich „der Vorfälle bewusst“ und stehe mit Tesla in Kontakt.

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Teslas Robotaxis sorgen für Ärger auf den Straßen

Die Behörde werde „alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“. Auch eine seit Oktober laufende Untersuchung zu Teslas Selbstfahr-Software werde fortgeführt. Die NHTSA hatte die Untersuchung mit tödlichen Unfällen begründet.

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An der New Yorker Börse geriet der Tesla-Aktienkurs danach unter Druck. Nach dem Start der Robotaxis hatte Tesla am Montag noch deutliche Gewinne verzeichnet. Tesla hat in Austin bisher nur rund ein Dutzend Fahrzeuge in einem räumlich beschränkten Gebiet im Einsatz. Der Elektroauto-Hersteller suchte dafür zunächst vor allem dem Unternehmen freundlich gesinnte Online-Influencer aus, die die Autos per App bestellen sollen.

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Experten haben Zweifel an Wettbewerbsfähigkeit von Tesla

Musk hatte zuvor bereits behauptet, dass die meisten neuen Tesla-Autos bereits alle nötige Technik an Bord hätten, um autonom unterwegs zu sein. Daher spricht er von Millionen selbstfahrenden Teslas auf den Straßen und einem Anteil von mehr als 90 Prozent am Robotaxi-Geschäft für seine Firma.

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Doch Experten und Rivalen haben Zweifel daran, wie zuverlässig Teslas autonom fahren können, da Musk nur auf Kameras setzen will und auf teurere Laser-Radare verzichtet, die die Umgebung abtasten. Mit dieser Technik ist der aktuell mit Abstand führende Robotaxi-Anbieter Waymo unterwegs. Waymo verzeichnet inzwischen über 1500 Autos und mehr als 250.000 Fahrten mit Passagieren ohne einen Menschen am Steuer. Allerdings hätte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil, wenn Musks Wette auf Kameras aufgeht.

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Mitarbeiter auf Beifahrersitz sollen Tesla-Taxi notfalls stoppen

Tesla setzt in Austin Wagen des Typs Model Y ein. Die Produktion eines speziellen Robotaxi-Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale soll im kommenden Jahr beginnen. Derzeit sitzt im Beifahrersitz noch ein Mitarbeiter des Konzerns, der die Wagen bei Bedarf stoppen kann. Bei ihm müssen sich die Fahrgäste auch mit ihren Apps anmelden, wie aus einigen Erlebnisberichten hervorgeht. Vielen der Tesla-Robotaxis folgt ein Begleitfahrzeug – und sie können auch ferngesteuert werden. Waymo ist in einem viel größeren Gebiet von Austin komplett autonom unterwegs.

Musk war zuletzt als Sonderberater für US-Präsident Donald Trump im Einsatz und mit Einschnitten im Staatsapparat beauftragt. Ende Mai zog er sich aber von dem Posten zurück. Die beiden Männer lieferten sich danach einen öffentlichen Schlagabtausch über eine Reihe von Streitthemen. Musk räumte danach ein, er sei zu weit gegangen.

os/afp/dpa