Künstliche Intelligenz trifft auf Schule: der perfekte Sturm oder eine lange benötigte Entlastung für überforderte Lehrer? Das Deutsche Schulbarometer, eine repräsentative Studie der Robert Bosch Stiftung, hat Lehrer zum ersten Mal auch zum Thema KI im Klassenzimmer befragt. Demnach blicken die meisten der Lehrkräfte skeptisch auf ChatGPT und Co. – und fürchten um die soziale Kompetenz ihrer Schüler.

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Vor allem fühlen sich die Lehrer selbst nicht sattelfest im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Wie aus der in Stuttgart vorgestellten Studie hervorgeht, sind knapp zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) unsicher im Umgang mit KI-Tools.
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Lehrer nutzen KI auch zur Benotung
Zudem wendet die Mehrheit der befragten Lehrkräfte die Tools auch nur selten an. Mehr als die Hälfte nutzt KI demnach seltener als einmal im Monat – knapp ein Drittel verzichtet ganz darauf. Kommen Chatbots wie ChatGPT zum Einsatz, dann vor allem zur Erstellung von Aufgaben (58 Prozent) oder für die Unterrichtsplanung (56 Prozent).
Immerhin sechs Prozent der Befragten gaben an, KI auch zur Leistungsbewertung zu nutzen. Der Einsatz der Technologie zur Benotung von Tests, Klassenarbeiten oder Aufsätzen ist bisher umstritten. Korrekturarbeiten gehören zu einer der unbeliebtesten Aufgaben des Lehrberufs gehören, geht aus einer Umfrage des Philologenverbands NRW hervor. Dabei ist der Einsatz der Programme in der Regel rechtswidrig, heißt es bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).
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Größte Belastung der Lehrkräfte ist Verhalten der Schüler
Die größte Herausforderung im Schulalltag liege jedoch laut den Studienergebnissen woanders. Eine wachsende Zahl, 42 Prozent, der Lehrkräfte nennt das Verhalten ihrer Schüler als Hauptbelastung – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (35 Prozent).
Besonders betroffen sind Lehrer an Haupt-, Real- und Gesamtschulen (52 Prozent). An zweiter Stelle nennen die Befragten die hohe Arbeitsbelastung und den chronischen Zeitmangel (34 Prozent, 2024: 28 Prozent). Trotz dieser Belastung bleibt die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit (84 Prozent) und der eigenen Schule (90 Prozent) weiter bemerkenswert hoch.
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Lehrkräfte blicken skeptisch auf Auswirkungen von KI
Erstmals untersucht wurde, wie Lehrkräfte die Demokratiebildung einschätzen. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) ist der Meinung, dass in diesem Bereich mehr getan werden müsste. Als größtes Hindernis dafür nennen drei Viertel (77 Prozent) den Mangel an Unterrichtszeit. Fast die Hälfte (45 Prozent) sieht zudem fehlendes Fachwissen des Kollegiums als problematisch an.
Auf Schülerinnen und Schüler hat der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nach Einschätzung der Befragten überwiegend negative Folgen. 62 Prozent der Lehrkräfte, die im vergangenen Jahr KI genutzt haben, befürchten negative Auswirkungen auf die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. Ähnlich schätzen die Befragten die Auswirkungen auf die Fähigkeiten zum kritischen Denken ein.
Positiv sehen die Lehrkräfte dagegen, dass sie mithilfe von KI stärker auf individuelle Lernbedürfnisse ihrer Schüler eingehen können. 65 Prozent der Befragten sehen darin einen Vorteil.
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Expertin: KI-Fortbildungen für Lehrer unerlässlich
„ChatGPT und vergleichbare Anwendungen sind längst Teil der Lebenswelt junger Menschen und lassen sich auch durch Verbote nicht mehr aus dem schulischen Alltag verbannen“, sagte Dagmar Wolf, Leiterin des Bildungsbereichs an der Robert Bosch Stiftung. Lehrkräfte sollten deshalb eigene Erfahrungen mit den Technologien sammeln.
„Darüber hinaus sind systematische Fortbildungen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht unerlässlich“, meint Wolf. Nur so könnten Schülerinnen und Schüler einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit KI erlernen.
Mit dem Deutschen Schulbarometer lässt die Robert Bosch Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Befragungen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland durchführen. Für die aktuelle Ausgabe wurden zwischen dem 11. November und 2. Dezember 2024 insgesamt 1.540 Lehrkräfte an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt. Die Ergebnisse der Umfrage haben demnach eine Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten.
mit dpa









