Russische Wissenschaftler haben im Kaspischen Meer, dem größten See der Welt (etwa 371.000 km²), eine riesige neue Insel entdeckt. Das berichtet die russische staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur „TASS“, die sich auf das Shirshov-Institut für Ozeanologie bezieht. Die Insel tauchte wahrscheinlich erstmals im letzten Jahr im Kaspischen Meer auf, wo der Wasserspiegel durch den Klimawandel immer weiter sinkt.

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Bereits letztes Jahr erkannten Forscher des Instituts auf Satellitenbildern die Umrisse der Insel. Doch erst jetzt gelang es ihnen, die Existenz der Insel durch eine Expedition vor Ort zu bestätigen. Demnach liegt sie im nördlichen Teil des Kaspischen Meeres, etwa 30 Kilometer südwestlich der Insel Maly Zhemchuzhny.
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Insel könnte Brutplatz für bedrohte Robbenart werden
Auf der Insel landen konnte Forschungsexpedition wegen der Wetterbedingungen und des seichten Wassers nicht. „Zum Zeitpunkt der Untersuchung war die Oberfläche der Insel eine feuchte, flache Ebene“, zitiert die „TASS“-Mitteilung die Beschreibung der Forscher. Trotzdem wollen sie für weitere Erkundungen bald wiederkommen. Gerade wird noch nach einem Namen für die Insel gesucht.
Wie groß die Insel genau ist, teilten die Forscher bisher nicht mit. Wohl auch, weil sie durch den sinkenden Pegel ständig am Wachsen ist. Die Hoffnung der Forscher: Seltene Vogelarten und Kaspische Robben, eine extrem bedrohte Art, könnten die Insel als Brutstätte und Nistplatz nutzen
Das Kaspische Meer ist mit einer Fläche von 371.000 Quadratkilometern in etwa so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt es an Russland und Kasachstan, während es im südlichen Teil von Aserbaidschan, dem Iran und Turkmenistan begrenzt wird.
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Kaspisches Meer ist einzigartig
Das Kaspische Meer entstand vor rund 5,5 Millionen Jahren im Zuge der tektonischen Hebung und Senkung der Erdkruste, als sich das urzeitliche Paratethys-Meer zunehmend vom Weltozean isolierte. Deshalb und weil das Kaspische Meer keine Abflüsse hat, ist es leicht salzhaltig. Allerdings ist der Salzgehalt im Kaspischen Meer nicht überall gleich: Im Norden, wo große Flüsse wie die Wolga einströmen, ist das Wasser fast süß, während es im Süden deutlich salziger werden kann.
In den letzten Jahrzehnten ist der Wasserspiegel des Kaspischen Meeres deutlich gesunken – teils durch den Klimawandel bedingte Verdunstung, teils durch menschliche Einflüsse wie Wasserumleitungen. Prognosen gehen davon aus, dass der Pegel bis Ende des Jahrhunderts um bis zu zehn Meter fallen könnte, was schwerwiegende ökologische und wirtschaftliche Folgen für die Anrainerstaaten haben würde. Seit den 1990er Jahren fiel er bereits um rund zwei Meter.






