Nordkorea ist eines der abgeschottesten Länder der Welt. Nur eine kleine Elite hat Zugang zum freien Internet, während dem Rest der Bürgerinnen und Bürger nur ein eingeschränktes und zensiertes Intranet zur Verfügung steht. Dennoch sind auch dort inzwischen Smartphones weit verbreitet – importiert aus China und mit spezieller nordkoreanischer Software.

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Die britische BBC stellte nun in einem Video ein solches nordkoreanisches Smartphone vor, das außer Landes geschmuggelt wurde. Es zeigt, wie das nordkoreanische Regime auch im digitalen Raum absolute Kontrolle über seine Bürger ausübt. Zugang zum Internet bekommt man damit nicht, so viel ist klar, aber das Gerät hat noch weitere Eigenheiten.
The BBC obtained a mobile phone that was smuggled out of North Korea.
— Yashar Ali 🐘 (@yashar) May 31, 2025
The level of control the regime holds over its citizens is shocking but not surprising. pic.twitter.com/CSnle0tuaU
Autocorrect: Verbotene Wörter werden automatisch durch erlaubte Begriffe ersetzt
Verbotene Worte, die ein Nutzer eintippt, werden automatisch durch erlaubte Wörter ersetzt. Ein Beispiel ist das Wort „Oppa“, das auf Koreanisch „älterer Bruder“ heißt, aber in Südkorea ein beliebtes Slang-Wort ist, mit dem Frauen ihren Freund bezeichnen. Doch auf einem nordkoreanischen Smartphone wird es automatisch durch das Wort „Genosse“ ersetzt und es erscheint eine Warnung, dass das Wort „Oppa“ nur in Zusammenhang mit den eigenen Verwandten benutzt werden darf.
Ein weiteres Beispiel ist das Wort „Südkorea“ selbst: Es wird auf den nordkoreanischen Smartphones automatisch durch das Wort „Marionettenstaat“ ersetzt – so bezeichnet Nordkoreas Regime offiziell den demokratischen Süden.
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Smartphone macht automatisch Screenshot vom Display
Besonders scharf sind die Methoden, mit denen das Regime die Aktivitäten der Smartphone-Nutzer überwacht. Alle fünf Minuten macht das Gerät automatisch einen Screenshot des Displays, der in einem Ordner gespeichert wird. Auf diesen Ordner haben die Nutzer jedoch keinen Zugriff, sondern nur das Regime selbst. So kann überprüft werden, ob das Gerät für verbotene Aktivitäten wie das Ansehen südkoreanischer TV-Serien genutzt wird.
Auf dem Gerät selbst sind nur in Nordkorea entwickelte Apps installiert. Einen App Store im herkömmlichen Sinne, wo Nutzer weitere Apps herunterladen können, gibt es dabei nicht. Stattdessen müssen Smartphone-Nutzer in Nordkorea in spezielle Geschäfte gehen, wo sie staatlich lizensierte Apps kaufen und installieren lassen können.
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„Smartphones sind heute ein fester Bestandteil der Art und Weise, wie Nordkorea versucht, die Menschen zu indoktrinieren“, sagte der Nordkorea-Technikexperte Martyn Williams der BBC. Und die Methode funktioniert: Laut Williams gewinnt Nordkorea im Informationskrieg mit dem Süden zunehmend die Oberhand.







