Er sieht aus wie ein Riesenshrimp und lebt dort, wo kein Sonnenstrahl mehr hinreicht: Alicella gigantea, der größte bekannte Flohkrebs der Welt, wurde bislang für eine Rarität der Tiefsee gehalten. Doch eine neue Studie zeigt: Das Tier ist gar nicht so selten.

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Der bis zu 34 Zentimeter lange Flohkrebs, der in bis zu 9000 Metern Tiefe lebt, galt lange als Ausnahmeerscheinung. Sichtungen waren selten, gefangene Exemplare noch seltener. Das lag jedoch weniger an der Seltenheit der Tiere, sondern vielmehr daran, wie wenig von diesen extremen Lebensräumen bisher erforscht ist.
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Weltweit verbreitet und doch lange unentdeckt
Ein internationales Forschungsteam um die Biologin Paige Maroni von der University of Western Australia hat nun 195 bestätigte Funde des Superkrebses aus 75 Standorten weltweit in einer Studie zusammengetragen und genetisch untersucht. Das überraschende Ergebnis: Trotz Tausender Kilometer Entfernung zeigen die Tiere kaum genetische Unterschiede. Es handelt sich demnach um eine einzige, global verbreitete Art, die somit rund 59 Prozent der Meeresböden bewohnen könnte.
Die Tiere kommen am häufigsten im Pazifik vor, wurden aber auch im Atlantik und im Indischen Ozean nachgewiesen. In der Arktis und im Mittelmeer fehlt bisher ein Beleg – geeignete Lebensräume gäbe es dort aber durchaus. Die Forscher schätzen, dass Alicella gigantea etwa 104 Millionen Quadratkilometer des Pazifiks als Lebensraum nutzt, das sind rund drei Viertel des potenziell geeigneten Areals.
Die Riesen-Shrimps ernähren sich von toten Walen
Dabei sind die Lebensbedingungen alles andere als freundlich: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, absoluter Lichtmangel und ein Druck, der Menschen augenblicklich zerquetschen würde. Forschungsfahrten in diese Tiefen sind technisch extrem aufwendig und teuer. Entsprechend lückenhaft ist das Wissen über die Tiefsee. Nur etwa ein Viertel des Meeresbodens ist bislang detailliert kartiert.
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Auch über das Verhalten der gigantischen Flohkrebse ist bislang wenig bekannt. Sie ernähren sich vermutlich von allem, was in der Tiefe zu Boden sinkt: tote Fische, Quallen, Holzreste – oder auch tote Wale. Dass ein so großer Organismus in so extremen Lebensräumen über solch weite Strecken hinweg nahezu identisch bleibt, dürfte die Forscher erstaunt haben.





