Es ist billig, soll wie Kokain wirken und dazu völlig legal: In Kenia suchen immer mehr vor allem junge Menschen den Rausch mit sogenanntem Jaba Juice. In Städten wie Nairobi wird der Drink an kleinen Ständen verkauft. Feiernde greifen zu, bevor es für sie weiter in Richtung Club geht. Die Säfte sind bunt und wirken harmlos, doch sind sie das wirklich?

Das Kauen der Blätter ist kulturell tief verwurzelt

Es gibt sie in gelb, grün und rot. Ein Becher kostet umgerechnet etwa vier Euro. Jaba Juice wird aus den Blättern des Khat-Strauchs hergestellt. Der Saft wird extrahiert oder aus den Blättern gepresst. Er enthält einen psychoaktiven Wirkstoff, ist bei „zdfheute“ zu lesen, der wach macht, und zwar lange. Außerdem sind stimulierenden Substanzen wie Cathinon und Cathin, die Amphetamin ähneln, enthalten.

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Damit aus den Blättern ein partytauglicher Drink wird, vermengt man sie mit Spirituosen wie Gin, Fruchtsäften und Zuckersirup. In vielen Ländern wie Deutschland, Großbritannien oder den USA ist Khat verboten. In afrikanischen Ländern wie Kenia, Somalia oder Äthiopien nicht.

Jaba macht schnell süchtig

Doch wie jedes Rauschmittel dieses Kalibers macht Jaba schnell süchtig, führt zudem zu Schlaflosigkeit und daraus folgenden körperlichen Schäden. In einer Klinik am Stadtrand von Nairobi ist jeder zweite Patient abhängig von den Khat-Blättern. Nicht wenige treibt der Konsum auf die Straße, in die Kriminalität und zu Gewalt.

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Dass die Regierung den Jaba-Konsum unter Strafe stellt, ist nicht anzunehmen. Das Kauen der Khat-Blätter ist kulturell weit verbreitet. Laut dem ZDF-Bericht wird es von 650.000 Keniarinnen und Kenianern regelmäßig konsumiert. Durch das Mixen in Partydrinks erreicht die Droge weitere Bevölkerungsschichten. Und die Konsumenten sind immer häufiger weiblich. Da das Kauen der Blätter die Zähne braun färbte, sah man Khat-Konsum überwiegend bei Männern.

Händler verteidigen Vorwurf, Khat wäre schädlich

Und: Der Drink ist über mehrere Webseiten auch im Internet zu bekommen. Dort werden die Getränke mit bunten Comic-Figuren junger, strahlender Menschen dargestellt. Liest man ein bisschen hinein, findet man eine Stellungnahme zum Konsum und Vertrieb von Khat.

KENYA-KHAT-SOMALI
Händler verkaufen Khat in der kenianischen Stadt Maua.© AFP via Getty Images | SIMON MAINA

Auf ihrer Seite www.jabajuice.com verteidigen sich die Händler gegen den Vorwurf, Khat wäre in irgendeiner Form gefährlich. Genau heißt es, dass Jaba Juice bislang für keinen einzigen Tod verantwortlich gewesen sei. Während Alkohol eine der häufigsten Todesursachen in Kenia sei. Stattdessen hätte Khat gesundheitsfördernde Eigenschaften. Belege für all diese Aussagen nennen die Händler nicht.