Kritisiert man Donald Trump, schießt er zurück. Das haben schon etliche Prominente erfahren. Der US-Präsident hat dabei keine Scheu vor Beleidigungen weit unter der Gürtellinie. Nun traf es Superstar Taylor Swift und den Rocksänger Bruce Springsteen. Beide hatten die Politik des US-Präsidenten offen kritisiert. Nun folgte die Retourkutsche. Kleiner Vorgeschmack: Mit „unansehnlicher Idiot“ meinte Trump nicht Taylor Swift. Aber auch bei der 35-Jährigen ging es um ihr Aussehen.

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Trump ging wie immer nicht zimperlich vor und knöpfte sich Taylor Swift auf dem Rückflug aus dem Nahen Osten, den er über mehrere Tage besuchte, vor. „Ist irgendjemandem aufgefallen, dass sie nicht mehr ,hot‘ ist, seitdem ich gesagt habe, ,ich hasse Taylor Swift‘?“, schrieb er auf der Online-Plattform Truth Social. Wie so oft verwendete er dabei zum Teil Großbuchstaben, um seiner Botschaft Nachdruck zu verleihen.

Swift sprach sich im US-Wahlkampf für Trumps Gegnerin Harris aus

Swift hatte sich im US-Wahlkampf im vergangenen Jahr unmittelbar nach dem TV-Duell, bei dem die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris erstmals auf Trump traf, überraschend für die Demokratin ausgesprochen. Der Instagram-Beitrag, in dem sie dies publik machte, erreichte binnen einer Viertelstunde eine Million Likes, nach zehn Stunden waren es etwa acht Millionen. Im Vergleich zu anderen Beiträgen Swifts ist das ein hoher Wert. 

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Swift hatte den Post mit den Worten „Kinderlose Katzenfrau“ unterzeichnet – und dazu ein Bild veröffentlicht, auf dem sie eine Katze in den Armen hält. Damit spielte sie auf Trumps Vizekandidaten und heutigen US-Vizepräsidenten J.D. Vance an, der demokratische Politikerinnen, darunter Harris, einst abfällig als „kinderlose Katzenfrauen“ bezeichnet hatte. 

Trump: „Ich hasse Taylor Swift“

Wenige Tage nach Swifts Post, schrieb der Republikaner Trump im vergangenen September auf seinem Truth-Social-Account in Großbuchstaben: „Ich hasse Taylor Swift!“. Dem ging voraus, dass sich die Sängerin, nach mehreren Wahlkämpfen ohne klare Positionierung, nun eindeutig zu den Demokraten bekannte.

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Swift ist bei ihren Fans enorm beliebt – auf Instagram hat sie mehr als 280 Millionen Follower. Diesem Post gehen bereits etliche andere voraus, in denen Swift ihre Abneigung gegen die „Maga“-Bewegung (Make America Great Again) deutlich macht. Nur tut sie dies weniger direkt und kommt ohne Beleidigungen aus.

Springsteen: „Korrupte, inkompetente und verräterische Regierung“

Ein weiterer Künstler, der Trumps Zorn ausgesetzt war, ist US-Rockstar Springsteen. Er hatte am Mittwoch bei einem Konzert im britischen Manchester gesagt, sein Heimatland werde derzeit von einer „korrupten, inkompetenten und verräterischen Regierung“ geführt und das Publikum aufgefordert, „gegen Autoritarismus“ und für Freiheit einzutreten. 

Springsteen kritisiert Trump bei einem Konzert, der schlägt zurück.
Springsteen kritisiert Trump bei einem Konzert, der schlägt zurück.© ZUMA Press Wire/dpa | Andy Von Pip

Trump nutzte seinen Flug nun auch für eine Retourkutsche gegen den Sänger: Springsteen werde „stark überschätzt“, schrieb der 78-jährige Republikaner. Er habe den Rockstar, seine Musik und seine „radikal linke Politik“ noch nie gemocht. Springsteen sei „kein talentierter Typ – nur ein aufdringlicher, unausstehlicher Idiot“.

Trump lästert über Springsteens Aussehen – und droht ihm

Trump beleidigte Springsteen außerdem als „vertrocknete Backpflaume“. Seine Haut sei „völlig verkümmert“. Der Musiker solle „den Mund halten, bis er wieder im Lande ist“. Und weiter: „Dann werden wir alle sehen, wie es ihm ergeht“, drohte Trump.

News aus den USA

Das Magazin „Rolling Stone“ nahm das Trumpsche Verhältnis zu Prominenten kürzlich mal genauer unter die Lupe. Trump halte stets engen Kontakt zu ihnen. Er suche regelrecht den Kontakt zu den Schönen und Berühmten. Stellen sie sich gut mit ihm, dürfen sie über ein Übermaß an Lobpreisungen in den sozialen Medien freuen. Legen sie sich jedoch mit ihm an, kritisiert und beleidigt er sie.

„Aber diejenigen, die am schwersten zu fassen sind, sind diejenigen, die eine noch größere Reichweite, Einfluss und Macht haben als er. Und dazu gehört auch Taylor Swift“, schrieb das Magazin im Februar dieses Jahres. So oft wie Trump bereits Posts über sie absetzte, kommt das Magazin zu dem Ergebnis: Trump sei regelrecht „besessen“ von Swift.

mit dpa/AFP